Archive | April 2012

Lachen macht schön

Falls Du gerade lachen musstest

angesichts dieser Überschrift,

wünschte ich Dir,

Du würdest jetzt vor einem Spiegel stehen.

Das würde ziemlich viel Lachen und Licht

in die Welt bringen.

Macht es auch so,

jetzt, hier, vor dem Bildschirm.

Hat Dein Gedanke an Dein Lachen

Dich schön gemacht?

Oder Dein Lachen selbst?

Oder bist Du sowieso schön?

Und jetzt?

Wenn Du an Deine Schönheit denkst,

denkst Du dann an Falten und Pfunde?

Oder an das Lachen, das Dich schön macht?

Sind wir eigentlich achtsam

mit unserem Lachen und unserer Schönheit?

Ich beim Schreiben

und Du beim Lesen?

Und was ist eigentlich Achtsamkeit?

Alle reden davon.

Vielleicht dies:

Immer wenn ich merke, dass ich unachtsam bin,

bin ich achtsam.

Achtsamkeit ganz im Hier und Jetzt ist dies:

Ich schreibe.

Du liest.

Sonst nichts.

Und so ist da die ganze Schönheit unseres Seins.

Wenn ich jetzt „nur“ schreibe

und Du „nur“ liest,

gibt es keine Klagen über die Vergangenheit

und keine Sorgen über die Zukunft.

Bitte jetzt nicht an Klagen und Sorgen denken.

Wir könnten stattdessen jetzt loslassen,

beim Schreiben und Lesen.

Oder einfach lachen und schön sein.

Wir sind wahre Glückspilze, Du und Ich.

Mit unserer ganzen Schönheit,

an Leib, Seele und Geist.

Wir haben schon viel erreicht von dem,

was wir uns vorgenommen hatten.

Im Tiefsten wissen wir,

dass unsere wahren Bedarfe befriedigt

und unsere Wünsche sich erfüllen werden.

Wenn nicht, ist es auch nicht so schlimm.

Wir jammern über Vergangenes nur so lange,

wie es uns gut tut.

Und wir haben genug Vertrauen für die Zukunft.

Wir haben hinreichend genug Achtsamkeit

für unser Getragensein im Augenblick.

Auch für den nächsten.

Das Leben wird sich zu unseren Gunsten entfalten.

Mit der Schönheit unseres Lachens

werden wir sein wie die Leuchtenden.

Ab jetzt. Genau hier.

(Und nachher woanders).

Mit unserem Verliebtsein ins Leben

werden wir alle anlachen und anleuchten,

die uns begegnen.

Schau hoch.

Hörst Du das Lachen des Kleinen Prinzen

auf seinem Planeten, das Dein Lachen ist ?

Siehst Du Dein Licht?

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Herzensdünger

Jemand oder Etwas

hat einen Haufen Mist vor Deiner Tür abgeladen:

Kränkung, Verletzung, Verlust, Schmerz, Krankheit,

Trägheit, Reichtum, Gier,

unerfüllte Sehnsüchte, unbefriedigte Erwartungen,

oder einfach nur das Pech mit einer glücklichen Kindheit.

Da ist er nun Dein Mist.

Du kannst nichts dafür.

Wer es war, weißt Du nicht.

Er stinkt wie die Pest.

Was tun?

Du kannst den Mist auf Deinen Frühstücksteller legen

oder unter den Achseln verreiben.

(aber das macht auf Dauer einsam).

Du kannst ihn aufsammeln

und beim Nachbarn vor die Tür werfen

(das machen die meisten Menschen).

Du kannst ihn zur Kirche bringen

(da riecht es manchmal eh schon muffig)

oder zum Therapeuten

(die haben ja oft schon genug eigenen).

Oder aber:

Du schaust nicht mehr, wer es war

(erklärst weder Dich noch andere für schuldig),

nimmst Deinen Mist

und trägst ihn Schaufel für Schaufel in Deinen Garten.

Du lernst also mit Deinen Problemen umzugehen:

Wahrnehmen, (Verstehen), Akzeptieren, Entknoten.

Das ist zwar ein wenig mühsam

und riecht auch manchmal ein wenig würzig,

ist aber immer noch besser,

als einsam und depressiv zu werden.

Und dann geschieht, Schaufel für Schaufel, das Wunder:

Es wachsen Blumen und Früchte in Deinem Garten,

wunderschöne, duftende Blumen und Früchte.

Den Unterschied zwischen einem glücklichen

und einem unglücklichen Menschen

erkennt man daran,

was der Mensch mit seinem Mist macht.

Der Glückliche

(der seinen Herzensgarten mit seinem Mist düngt),

duftet ein wenig himmlisch

so, dass andere von dem Duft etwas abbekommen wollen.

Manche fühlen sich dann sehr geehrt

und bieten anderen ihren Mist an

(Pädagogen, Therapeuten und Erleuchtete neigen dazu).

Aber Du sollst niemals den Garten Deines Nachbarn

mit Deinem Mist düngen wollen !

Besser, Du verteilst ein paar Blumen und Früchte.

Wenn Du also ein wenig von Deinem Mist annimmst

und erlebst, wie er in der Nase kitzelt,

so, dass Du lachen musst (oder zumindest lächeln)

und eine Schaufel in Deinen Herzensgarten trägst

und ein anderer sich von Dir abschaut,

seinen Mist in seinen eigenen Garten zu tragen

und Du Dich schon ein wenig freust

auf Deinen nächsten Mist,

dann bist Du schon ein klein wenig erleuchtet.

Und ein klein wenig erleuchtet

genügt vollkommen.

PS:

Oft sind die, die am meisten nach Glück und Liebe duften,

die, die einen großen Misthaufen haben. 

Lebensfreude

 Ach, was sehne ich mich danach,

dass sie zurückkehrt, die Lebensfreude.

Ich erinnere mich so gern an die neun Monate

des Plätscherns im warmen, weichen Fruchtwasser.

Ich war in guter Kommunikation und Beziehung,

die Verdauung war zufriedenstellend

alle Erwartungen waren erfüllt,

alle Bedürfnisse befriedigt.

Ich kuschelte in achtsamer Ausgeglichenheit.

Es sollte anders kommen:

Sie pressten mich durch einen engen Kanal,

hielten mich ins Neonlicht,

schlugen mich, weil ich atmen sollte

und als sie mich anlegten,

bevor die Milch eingeschossen war

dachte ich erstmalig:

Jetzt lassen sie mich verrecken.

Seitdem soll ich mich

um die Rückkehr der Lebensfreude kümmern…

und musste häufig durch fauligen Matsch waten,

um duftende Blumen zu pflücken.

Dabei aber wurde mir folgendes Verstehen geschenkt:

Wenn Du durch den riechenden Matsch waten musst

(das bleibt Dir manchmal nicht erspart),

um der Liebsten die Blume zu pflücken

(die zauberhafte für die Zauberhafte),

dann spüre den warmen, weichen Matsch unter den Füßen

und die Knie, die sich beugen

(das schadet Dir nicht),

schmecke mit Deiner ganzen Seele Duft und Dienst

und frage Dich, wer Du bist,

als Riecher, Matscher, Pflücker und Schenker.

Erlebe, dass Du Freude haben und Freude machen

nicht mehr unterscheiden kannst

und erfahre, dass das Sterben der gepflückten Blume

den Duft weiterträgt, der sich ausdehnen will.

Schau, wie die Blume, die Liebste, Du

und das ganze Universum im Innehalten,

die Stille in das Staunen hineintragen,

dass die Freude der Grund allen Lebens ist.

So brauchst Du keine Fruchtblasensehnsüchte mehr

und musst nicht warten, bis der Himmel sich öffnet.

Du stehst mitten in der Tür.

Matschgeruch und Blumenduft

haben sich so lieblich-liebend verbunden

zur Kohärenz von Beschenktsein und Schenken,

dass Du in Erfülltheit erschauderst.

Da ist sie, die Lebensfreude.

Im Vorwärtskommen zurückgewonnen

und in der ewigen Gegenwart angekommen.

Ostern

Vielleicht ist ja das Ostern:

Gott kommt an jedem neuen Morgen (Weihnachten)

in Jesus, aus der wahren Welt in die wirkliche Welt,

und lebt dort tagsüber, um die beiden Welten

miteinander zu verbinden.

Abends stirbt er den wirklichen Tod der wirklichen Welt

(Karfreitag), um am frühen Morgen aufzuerstehen (Ostern).

Dann ist wieder Weihnachten.

Gott hat nichts verändert !

Er hat die Nacht nicht zum Tag gemacht.

Und aus dem Tod hat Er nicht Leben gemacht

(vielleicht war das mal so, vor aller Zeit).

Aber durch Leben, Sterben und Auferstehen,

hat Er alles verwandelt:

Wir Menschen, die in der wirklichen Welt leben,

haben jetzt unmittelbar Zugang zur wahren Welt.

Was suchen wir also das Leben bei all dem Toten?

In der wirklichen Welt

müssen wir wohl Kinder erziehen, Alte pflegen

und Geld verdienen,

um unser Überleben zu sichern.

Aber was hat das mit dem wahren Leben zu tun?

Ostern heißt vielleicht dies:

Ein ganz klein wenig Bereitschaft unser Herz zu öffnen,

für das wahre Leben,

das in unsere Herzen hineingeschrieben ist.

Dafür müssen wir nichts denken

und nichts tun

und nichts glauben.

Am besten gar nichts glauben

(weil dabei schon wieder zu viel Denken wäre).

Nur ein klein wenig Bereitschaft.

Vielleicht so:

Kurz nach dem Aufwachen

(im Halbschlaf sind wir unserem Herzen näher),

oder kurz vor dem Einschlafen

(beim Nachspüren des Tages sind wir unserem Herzen näher),

oder beim Betrachten der Schöpfung

(beim Staunen und Danken sind wir unserem Herzen näher),

oder beim Knien gen Ostern

(beim Beten sind wir unserem Herzen näher).

Ostern hat das Dunkle und das Hässliche nicht verändert.

Aber verwandelt.

Wenn wir Ostern und das wahre Leben

in unserem geöffneten Herzen

wahrnehmen und annehmen,

hat dort auch das Dunkle und Hässliche Platz.

Dann kann es geschehen,

dass der Mensch, den wir am meisten mögen,

für einen Moment lang der ist,

den wir am wenigsten mögen

(das können manchmal auch wir selbst sein) –

Und trotzdem ist alles gut !

Es kann aber auch geschehen,

dass der Mensch, den wir am wenigsten mögen

zu dem wird, den wir am meisten mögen.

Und dann ist aus dem Kinder erziehen,

Alte pflegen und Geld verdienen,

das dem Überleben im wirklichen Leben diente,

das Kinder erziehen, Alte pflegen

und Geld verdienen geworden,

das dem wahren Leben dient.

Und dann ist es unser Ostern.

 

Reichtum

Meine Hummel ist wieder da.

Heute morgen schon ganz fröhlich bei der Arbeit.

Ich kann gar keine Denker-Falten auf ihrer Stirn finden.

Ihre Lebensaufgabe ist es wohl,

der Schöpfung zu helfen, die sich entfalten will.

Und meine ?

Wenn ein Kind seine verzweifelt weinenden Augen

in meine Halsbeuge drückt

und das Schluchzen langsam ruhiger wird,

entspannen sich auch meine Denkerstirnfalten.

Das Kind und ich verschmelzen für einen Moment,

ganz im Fühlen und Sein.

Ich möchte so gern ein Fühldenker sein.

Und ein Seinsfühler.

Damit Fühlen und Sein

mein Denken und Tun bestimmen.

Meine Hummel denkt auch nicht an

Gehälter, Ölplattformen und Rettungsschirme.

Und wenn ich in die Gesichter unserer Regierenden sehe

frage ich mich, ob die glücklicher wären,

wenn sie – wie meine Hummel –

der Entfaltung der Schöpfung dienen dürften.

Aber das dürfen sie selbst entscheiden.

Und ich auch.

Ich erinnere mich an die Oma auf dem Campingplatz.

Sie ging mit dem Enkel spazieren.

Der kleine Enkel auf dem Rädchen,

mit großer Lust, die Pfützen zu treffen.

Da hat ihm die Oma gezeigt,

wo die Pfütze am tiefsten ist

und wie es am meisten spritzt.

Wie sehr hat das mein Herz geöffnet.

Das, was da in die Pedale getreten hat

und das, was da angefeuert hat,

das war stärker,

als alle Waffen und Währungen der ganzen Welt.

Es strotzte vor Lebendigkeit,

Unschuld, Ewigkeit und Reichtum.

Es hatte was von der

gewaltigen, göttlichen Unbesiegbarkeit.

Bald kommt Ostern.

Ich will keine leeren Eier mehr ausbrüten.

Ich will zum Seinsfühlen.

Will mir zeigen lassen, wo die Pfütze am tiefsten ist.

Und will ein Pfützenopa sein.

Zusammen mit Jesus, Mohammed und Buddha,

mit Osama, Obama, meinem Kollegen und meinem Nachbarn,

vor Glück johlend durch Pfützen rasen

und dann sich gegenseitig warm rubbeln.

Vielleicht ist ja das ein Sinn des Lebens:

Wissen, wer ich in Wahrheit bin,

der Schöpfung helfen, die sich entfalten will

und alles hergeben können für das eine:

sich gegenseitig warm rubbeln.

Das fühlt sich an wie wahrer Reichtum.