Ostern

Vielleicht ist ja das Ostern:

Gott kommt an jedem neuen Morgen (Weihnachten)

in Jesus, aus der wahren Welt in die wirkliche Welt,

und lebt dort tagsüber, um die beiden Welten

miteinander zu verbinden.

Abends stirbt er den wirklichen Tod der wirklichen Welt

(Karfreitag), um am frühen Morgen aufzuerstehen (Ostern).

Dann ist wieder Weihnachten.

Gott hat nichts verändert !

Er hat die Nacht nicht zum Tag gemacht.

Und aus dem Tod hat Er nicht Leben gemacht

(vielleicht war das mal so, vor aller Zeit).

Aber durch Leben, Sterben und Auferstehen,

hat Er alles verwandelt:

Wir Menschen, die in der wirklichen Welt leben,

haben jetzt unmittelbar Zugang zur wahren Welt.

Was suchen wir also das Leben bei all dem Toten?

In der wirklichen Welt

müssen wir wohl Kinder erziehen, Alte pflegen

und Geld verdienen,

um unser Überleben zu sichern.

Aber was hat das mit dem wahren Leben zu tun?

Ostern heißt vielleicht dies:

Ein ganz klein wenig Bereitschaft unser Herz zu öffnen,

für das wahre Leben,

das in unsere Herzen hineingeschrieben ist.

Dafür müssen wir nichts denken

und nichts tun

und nichts glauben.

Am besten gar nichts glauben

(weil dabei schon wieder zu viel Denken wäre).

Nur ein klein wenig Bereitschaft.

Vielleicht so:

Kurz nach dem Aufwachen

(im Halbschlaf sind wir unserem Herzen näher),

oder kurz vor dem Einschlafen

(beim Nachspüren des Tages sind wir unserem Herzen näher),

oder beim Betrachten der Schöpfung

(beim Staunen und Danken sind wir unserem Herzen näher),

oder beim Knien gen Ostern

(beim Beten sind wir unserem Herzen näher).

Ostern hat das Dunkle und das Hässliche nicht verändert.

Aber verwandelt.

Wenn wir Ostern und das wahre Leben

in unserem geöffneten Herzen

wahrnehmen und annehmen,

hat dort auch das Dunkle und Hässliche Platz.

Dann kann es geschehen,

dass der Mensch, den wir am meisten mögen,

für einen Moment lang der ist,

den wir am wenigsten mögen

(das können manchmal auch wir selbst sein) –

Und trotzdem ist alles gut !

Es kann aber auch geschehen,

dass der Mensch, den wir am wenigsten mögen

zu dem wird, den wir am meisten mögen.

Und dann ist aus dem Kinder erziehen,

Alte pflegen und Geld verdienen,

das dem Überleben im wirklichen Leben diente,

das Kinder erziehen, Alte pflegen

und Geld verdienen geworden,

das dem wahren Leben dient.

Und dann ist es unser Ostern.

 

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