Herzensdünger

Jemand oder Etwas

hat einen Haufen Mist vor Deiner Tür abgeladen:

Kränkung, Verletzung, Verlust, Schmerz, Krankheit,

Trägheit, Reichtum, Gier,

unerfüllte Sehnsüchte, unbefriedigte Erwartungen,

oder einfach nur das Pech mit einer glücklichen Kindheit.

Da ist er nun Dein Mist.

Du kannst nichts dafür.

Wer es war, weißt Du nicht.

Er stinkt wie die Pest.

Was tun?

Du kannst den Mist auf Deinen Frühstücksteller legen

oder unter den Achseln verreiben.

(aber das macht auf Dauer einsam).

Du kannst ihn aufsammeln

und beim Nachbarn vor die Tür werfen

(das machen die meisten Menschen).

Du kannst ihn zur Kirche bringen

(da riecht es manchmal eh schon muffig)

oder zum Therapeuten

(die haben ja oft schon genug eigenen).

Oder aber:

Du schaust nicht mehr, wer es war

(erklärst weder Dich noch andere für schuldig),

nimmst Deinen Mist

und trägst ihn Schaufel für Schaufel in Deinen Garten.

Du lernst also mit Deinen Problemen umzugehen:

Wahrnehmen, (Verstehen), Akzeptieren, Entknoten.

Das ist zwar ein wenig mühsam

und riecht auch manchmal ein wenig würzig,

ist aber immer noch besser,

als einsam und depressiv zu werden.

Und dann geschieht, Schaufel für Schaufel, das Wunder:

Es wachsen Blumen und Früchte in Deinem Garten,

wunderschöne, duftende Blumen und Früchte.

Den Unterschied zwischen einem glücklichen

und einem unglücklichen Menschen

erkennt man daran,

was der Mensch mit seinem Mist macht.

Der Glückliche

(der seinen Herzensgarten mit seinem Mist düngt),

duftet ein wenig himmlisch

so, dass andere von dem Duft etwas abbekommen wollen.

Manche fühlen sich dann sehr geehrt

und bieten anderen ihren Mist an

(Pädagogen, Therapeuten und Erleuchtete neigen dazu).

Aber Du sollst niemals den Garten Deines Nachbarn

mit Deinem Mist düngen wollen !

Besser, Du verteilst ein paar Blumen und Früchte.

Wenn Du also ein wenig von Deinem Mist annimmst

und erlebst, wie er in der Nase kitzelt,

so, dass Du lachen musst (oder zumindest lächeln)

und eine Schaufel in Deinen Herzensgarten trägst

und ein anderer sich von Dir abschaut,

seinen Mist in seinen eigenen Garten zu tragen

und Du Dich schon ein wenig freust

auf Deinen nächsten Mist,

dann bist Du schon ein klein wenig erleuchtet.

Und ein klein wenig erleuchtet

genügt vollkommen.

PS:

Oft sind die, die am meisten nach Glück und Liebe duften,

die, die einen großen Misthaufen haben. 

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