Euro

Ich weiß es doch,

die Euro-pameisterschaft hat sehr viel mit dem Euro zu tun.

Die jetzige soll 10 Milliarden kosten,

fünfmal soviel wie die letzte.

Nach den vier Wochen der Besänftigung (Brot und Spiele),

in der die Verletzung der Menschenrechte

verdrängt und verleugnet werden soll,

wird es unzählige neue Arbeitslose geben,

eine neue Armut könnte ausbrechen.

Und doch:

Diese wunderbare Möglichkeit,

wegen eines Rückreisestaus die Autobahn für zwei Stunden

verlassen zu können, um ein gutes Spiel zu sehen,

hat starke Glücksgefühle ausgelöst.

Wie kommt es – trotz all meiner Kritik an den Umständen –

zu solch einer Faszination und Begeisterung,

die ich mit Milliarden Zeitgenossen teile ?

Bei mir kam es vielleicht so:

Ich durfte auf dem Bolzplatz in meiner Heimatstadt

nie mitkicken, weil ich zu klein war.

Und wollte so gern dazugehören.

Deswegen war mein allersehnlichster Weihnachtswunsch

ein echter Lederfußball.

Ein halbes Jahr noch bis Heiligabend.

Dann die Bescherung.

Erst Gottesdienst. Dann dieses grausam lange Essen.

Dann diese unerträglich langweiligen Päckchen.

Warten, bis alle ausgepackt hatten.

Nirgends etwas rundes.

Bis Mutter meine Tränen tiefsten Unglücks

nicht mehr ertragen konnte –

und mich bat hinter den Baum zu schauen…

Der liebe Gott muss Fußballer sein.

Ich habe diesen echten Lederfußball

jeden Abend mit ins Bett genommen.

Und auch im Frühling noch lange gewartet,

bis jemand erstmalig dagegen treten durfte.

Das Symbol des Dazugehörens war für immer

in meine Seele eingebrannt.

Zu-klein-sein für irgend etwas, war nie mehr Thema.

Das, was ich habe, kann und bin,

teile ich gerne.

Ich lasse gerne andere mitspielen,

denn ich weiß, dass andere viel können und viel sind,

auch wenn sie weniger haben.

Ich bin fasziniert von Fußballern, die viel können

oder hart trainieren, damit sie viel können.

Und von Menschen, die ihre Kompetenzen

so einbringen, dass andere erfolgreich sein können.

Ein gutes Spiel kann mich begeistern und faszinieren.

Dafür würde ich nachts aufstehen.

Aber auch für die Menschenrechte.

Seit diesem unvergesslichen Weihnachten,

weiß ich, wie Glück riecht,

dauerhaft und nachhaltig riecht:

Gott ist Menschenrechtler.

Und Dazugehörer.

Und Fußballer.

Und wenn Du es anders siehst,

darfst Du trotzdem mitspielen,

denn Du bist auch ein Dazugehörer !

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