Marionette

Es gibt ja die Theorie von der Sehnsucht des Menschen

nach seinen ersten 9 Monaten in der Gebärmutter.

Alles war gut.

Wir waren in wundervoll warmer und zarter

Versorgung, Beziehung und Verbundenheit.

Alle Werte, Bestimmungen und Kompetenzen,

die wir später mehr oder weniger entdeckt

und entwickelt haben, waren bereits angelegt.

Voller Glück und Lebenslust tanzten und kugelten wir uns

in dankbarer Abhängigkeit.

Und seit der Abnabelung

und der Idee, keine Marionette sein zu wollen

kämpfen wir um die Balance von Freiheit und Abhängigkeit.

Seitdem ziehen, drücken, streiten und kämpfen wir,

wir suchen, jagen, fordern und erzwingen :

Als ich mit allen Mitteln Sicherheit suchte,

versank ich in Angst.

Als ich Glück und Lebenslust erzwingen wollte,

liefen sie mir weg.

Als ich die Leuchte meines Weges sein wollte,

ruderte ich in der Dunkelheit eigenen Sumpfes.

Als ich mit Gewalt Frieden wollte,

schmiedete ich mir Waffen.

Als ich am Hefeteig ziehen wollte,

klebte ich an der Gier.

Als ich Menschen an mich binden wollte,

verlor ich sie.

Als ich Karriere und Wohlstand erzwang,

verarmte ich in Einsamkeit.

Und als ich mich endlich zu eigener Mitte erhob,

verlor ich mich.

Da besann ich mich,

dass die 9 Monate, die ich so himmlisch empfand,

der Übergang waren von dem Himmel,

aus dem ich ursprünglich komme

und der alles Zeitliche ewigkeitlich sein lässt.

Es gibt in uns Menschen,

seit der Zeugung durch Zeugen des Lebens,

 in jedem Menschen,

so eine tiefe innere Gewissheit,

die nur durch ein paar Umstände

ein wenig zugedeckt ist:

Wenn Du die Hände nach oben streckst,

zur Sonne, zum Leben hin,

da gibt es solche Energiestrahlen,

fast so wie samtene Bindfäden,

die Dich tragen und führen.

Mit denen kannst Du über glühende Kohlen gehen,

über spitze Steine,

über dunkle Schluchten,

und über reißende Flüsse.

Du musst nicht mehr Marionette von Menschen sein.

Und kein Marionettenspieler.

Weil Du dem Angebundensein an das Leben

vertrauen kannst.

Wenn Du als Abgenabelter die Fäden spürst,

dann ist alles gut.

Und wenn Du sie nicht spürst,

sind sie trotzdem da.

Trotz allem.

Dann schwebst Du über Kohlen, Steine,

Schluchten und Flüsse.

Spürst die Wärme, das Prickeln,

das Licht und die warme Feuchtigkeit.

Und manchmal,

wenn Du ganz losgelassen hast,

kannst Du auch darüber laufen,

über Kohle, Steine, Schluchten und Flüsse.

Auch dann ist der Himmel schon jetzt da,

auf den Du nicht mehr warten musst.

Und dann weißt Du,

dass ALLES gut IST !

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