Frieden

Wenn Du in diesen Tagen des nachts

in den klaren, spätsommerlichen Sternenhimmel schaust,

ist es dunkel und schwarz

zwischen den goldgelb strahlenden Sternen.

Man könnte meinen, es sind die viel zitierten

schwarzen Löcher, die Ur – Teilchen des Universums.

Diese vermeintlichen Ur – Teilchen

sind die aberbillionenfachen Urteile der Menschen:

kleine, quadratzentimetergroße, zentnerschwere

schwarze Würfel, mit schneidenden Kanten.

Schneidende, bleischwere Ecken und Kanten,

die Dich verletzen und quälen,

im Nacken, im Rücken, im Herz und in der Seele.

Und unentwegt

fügst Du dem Himmel

solche Urteile hinzu

die in Dein Leben und das Deiner Mitmenschen

hinein schneiden.

Immer dann,

wenn Du die Würfel fallen lässt.

Immer dann,

wenn Du etwas oder jemanden

bewertest, beurteilst, verurteilst.

Zwei Mönche kamen zu einem Fluss

an dem eine Frau versuchte hinüber zu gelangen.

Der eine half ihr und trug sie hinüber.

Zu zweit setzten sie ihre Reise fort.

Fünf Stunden später belehrte der andere Mönch:

Du weißt doch, dass wir Frauen nicht berühren dürfen.

Da sagte der erste:

Ich habe sie am anderen Ufer abgesetzt.

Du trägst sie seit fünf Stunden.

Wir Menschen können uns nicht anmaßen

Urteile zu fällen,

weder positive, noch negative.

Um gerecht zu sein,

müssten wir objektiv wahrnehmen können,

wir müssten die Vergangenheit des Menschen

oder der Situation kennen – und die Zukunft.

Ist dieser Mensch oder dieses Wetter,

ist dieses Tun oder dieses Lassen

schön oder hässlich ?

Darüber wird es jeweils

unzählige unterschiedliche Meinungen,

Standpunkte und Urteile geben.

Genau genommen müssten wir sämtliche Adjektive weg lassen:

Zum Glück gibt es diesen Menschen

und dieses Wetter.

Zum Glück gibt es Tag und Nacht,

zum Glück gibt es dieses Tun und Lassen.

Jedes Urteil ist ein Standpunkt.

Da klebst Du und kommst nicht vom Fleck.

So, wie der zweite Mönch.

Gefallene Würfel

schneiden Dir ins Fleisch.

Schau Dich um:

Draußen ist Wetter.

Drinnen ist Wohnen.

Und da: ein Mensch.

Es ist, wie es ist, sagt die Liebe.

Und auf einmal ist Frieden.

Und es leuchtet taghell

zwischen den Sternen. 

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