Reife und Stärke

Reife und Stärke

Erziehung könnte doch bedeuten, Menschen so zu begleiten,

dass sie selbstverantwortlich und gemeinschaftsfähig werden.

Menschen, die Dinge beurteilen

und einen eigenen Standpunkt vertreten können

So, dass man sie irgendwann als reif und stark bezeichnen könnte.

 

Und wenn wir ein klein wenig Glück hatten,

sind wir selbst auch so erzogen und sozialisiert worden

und können nun Urteilskraft, Reife und Stärke weitergeben.

 

Als reife und starke Erwachsene

haben wir einigermaßen hinreichende Sicherheit darin,

Dinge als wahr und unwahr, richtig und falsch oder gut und böse

einordnen zu können.

Wir verdanken dies unserer

kulturellen, politischen, moralischen und religiösen

Erziehung und Sozialisation.

 

Und je klarer unser Urteil,

desto größer unsere Reife und Stärke.

 

Aber – ist das denn die Wahrheit?

 

Was, wenn

 

Adam und Eva doch nicht aus dem Paradies vertrieben wurden?

Blut doch nicht dicker ist als Wasser?

Das 30-jährige Reich doch länger dauert als vermutet?

Die 70 Jungfrauen, auf die sich die Selbstmordattentäter freuen,

doch alle älter sind als 95?

Erzieherinnen sich doch nicht alles gefallen lassen müssen?

Müßiggang doch nicht aller Laster Anfang ist?

Mensch doch nicht fühlen muss, wenn er nicht hören will?

Schuld doch ein rein weltlicher Begriff ist?

Das Hemd doch nicht näher ist als der Rock?

Prägungen doch nicht zu Zwanghaftigkeiten führen müssen?

Freiheit doch nicht vom Rechthaben kommt?

Hölle doch die Erfindung von Menschen ist, die Angst haben?

Die Welt doch nicht in Katastrophen untergeht?

Die zehntausend Dinge doch ganz anders sind?

Der Mensch doch nicht unbedingt reif und stark sein muss?

 

Was, wenn

 

es doch ganz schön glücklich machen würde heraus zu finden,

was alles eventuell nicht wahr sein könnte

und eine kleine süße Sehnsucht dafür zu entwickeln,

was vielleicht doch ein wenig wahr sein könnte.

 

 

Dann würden wir vielleicht ent-decken,

dass es die Hölle nur selbstgeschaffen gibt.

Und dass das Paradies keine nachzeitliche Dimension hat

sondern eine gegenwärtige.

 

Es bräuchte nur ein ganz klein wenig Bereitschaft.

Dann ist das Paradies jetzt da.

Da, wo wir jetzt gerade sind,

bei dem, was wir jetzt gerade tun oder lassen.

 

Dann gibt es kein Bedauern mehr

über das nicht mehr Urteilen müssen

sondern einen tiefen Seufzer der Dankbarkeit.

Der würde uns reif und stark machen.

 

Weil die Ewigkeit in unserer Jetzt-Zeit angekommen ist.

Weil aus dem Augenblick für die Ewigkeit

ein ewigkeitlicher Augenblick geworden ist.

 

Sie ruft gerade, dass der Toast kalt wird.

 

Warmer Toast ist ewigkeitlich-himmlisch.   

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