Melancholie

Sonntag, den 9. Dezemer 2012

Melancholie

Heut ist nicht mein Tag.

Wenn ich aus dem Fenster schau,

oder in den Spiegel,

oder um mich herum,

was seh`ich?

Kahle Bäume,

kahles Haupthaar

(die Spiegel werden auch immer schlechter),

kahle Menschen.

Enttäuschung, Zurückweisung, Missachtung.

Krieg, Hunger, Politik,

Weltschmerz.

Nichts hat Bestand

(außer Weihnachten).

In die Kiste werden sie mich auch ganz alleine legen.

Was gab es alles? War es gut?

Was wird kommen? Wird es gut?

Manchmal werde ich allein vom Nachdenken depressiv.

Dann flüchte ich ins Glück,

oder ins vermeintliche Glück:

Sport, Spiel, Spannung,

Betäubung und Beschönigung.

 

Eines aber weiß ich:

Depressivität ist nicht Depression!

Melancholie ist keine Krankheit.

Im Gegenteil:

Wer traurig sein kann, ist vollkommen gesund.

Wer Sinnlosigkeit empfinden kann,

ist genau am Wendepunkt zur Sinnfindung.

 

Künstler, Philosophen, Gläubige

sind oft Melancholiker.

Sie nehmen ihre Gedanken und Gefühle wahr,

erlauben sie sich

und realisieren sie.

Melancholiker sind

kreativer, reflektierter, klüger.

 

Herzlichen Glückwunsch also.

Weihnachtsmelancholie ist ein großes Geschenk.

 

Ich wünsche mir zur Weihnachtszeit

Ein kleines bisschen Traurigkeit

Ich will uns ganzheitlich erleben

Statt immer nur das Glück erstreben

 

Der Glückliche ist oftmals einsam

Weil er nur Halbwahrheiten teilt

Geöffnete Herzen teilen alles gemeinsam

Und sind vom Glück zum Sinn befreit. 

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