Spaziergang

Spaziergang

 

Hast Du schon mal in der Schlange an der Supermarktkasse

Deine Gedanken beobachtet?

Dann waren sie vielleicht so oder ähnlich:

 

Ich wünschte, ich hätte mich nebenan angestellt.

Ich wünschte, die Kassiererin wäre nicht so langsam.

Ich wünschte, ich hätte den Wagen nicht so voll geladen.

Ich wünschte, die Mutter hinter mir könnte ihr Kind beruhigen.

Ich wünschte, es würde gleich aufhören zu regnen.

Ich wünschte, ich müsste all das nicht die Treppen hochschleppen.

Ich wünschte, ich müsste später nicht schon wieder kochen.

Ich wünschte, ich hätte so viel Zeit wie die Rentnerin vor mir.

 

Du merkst es schon:

Alles Unglück kommt vom Wünschen.

Vorwürfe, Selbstvorwürfe, Unzufriedenheiten, Eile, Ärger, Sorgen,

Abhängigkeiten, Kummer, Unsicherheiten, Schuldgefühle, u.s.w.

Das kommt dabei heraus.

Alles selbst gemacht.

 

Falls das aber wahr ist,

was hier in den Sonntagsgedanken immer wieder behauptet wird,

dass wir unser wahres Zuhause, den Himmel, in uns tragen,

und der Himmel im Hier und Jetzt ist,

unabhängig von Vergangenheit und Zukunft,

bist Du in der Schlange an der Supermarktkasse

im Himmel, Deinem wahren Zuhause.

 

Dann könntest Du dies probieren:

Du atmest ein.

Und atmest aus.

Ganz langsam bewegst Du Dich in der Schlange nach vorne.

Und spürst:

Ich bin zuhause.

Ich mache gerade einen Spaziergang im Himmel.

Du lässt alles los,

was Dich daran hindert,

in der Gegenwart zu sein

und Dir Anlass zu Sorge und Kummer gibt.

Und bist ganz da.

 

Und da geschieht das Wunder:

Du siehst das Kind.

Du lächelst der Kassiererin zu.

Du bist dankbar für die Lebensmittel.

Du hast Zeit.

Du bist froh und heiter

(dazu gehört auch, Sorgen haben zu dürfen).

Du bist dankbar für Deine Gedanken und Wünsche,

auch dafür, sie nicht haben und erfüllt haben zu müssen.

Du atmest ein und aus.

Du machst einen Spaziergang im Himmel.

 

Später, wenn Du Deine schweren Tüten die Treppe hochträgst,

kannst Du ein- und ausatmen.

Dankbar sein,

für Deine Hände und Füße,

Deine Augen und Ohren,

die Lebensmittel,

die warme Wohnung,

Deine Lieben.

Dafür, dass Dein Herz schlägt.

Da bist Du zuhause.

Und in Deinem wahren Zuhause.

Machst auf der Treppe einen Spaziergang im Himmel.

 

Darfst Du Dir wirklich gar nichts mehr wünschen?

Selbstverständlich:

Du kannst ja mal woanders einkaufen gehen.

Welch eine Freiheit.

Dann machst Du dort einen Spaziergang im Himmel.

Du wirst dort Kinder treffen, Mütter und Kassiererinnen.

Und Du kannst mit Deinem Lächeln

ganz im Hier und Jetzt

dafür sorgen,

dass sie alle für einen Augenblick

wunschlos glücklich sind.

Das ist die wundervollste Art und Weise

wunschlos glücklich zu sein.

 

Glücklich machen ist der Ort,

an dem Du überall zuhause bist.

Wo immer Du bist,

Du kannst dort einen Spaziergang im Himmel machen.

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