Himmel und Hölle

Himmel und Hölle

Manche Menschen,

wenn sie weder Erzieherinnen noch Eltern sind,

denken manchmal,

dass Kinder, die schreien, kratzen, beißen und treten,

böse seien.

 

Manche Menschen,

die ganz bestimmte Werte vertreten,

denken manchmal,

dass Menschen, die Steuern hinterziehen,

Panzer verkaufen oder andere Menschen verletzen,

böse seien.

 

Was ist das eigentlich für ein Begriff, „böse“?

Und woher kommt er?

Aus der Pädagogik? Aus der Rechtsprechung?

Aus der Theologie? Aus der Kirche?

 

Vorab:

Gelingendes Leben funktioniert nicht mit

Kratzen, Beißen, Treten, Steuer hinterziehen,

Panzer verkaufen und Menschen verletzen.

Wir brauchen Regeln,

damit das Zusammenleben gelingt.

 

Aber „böse“?

 

Vielleicht so:

Was eigentlich haben das tretende Kind,

der Steuerhinterzieher und der Gewalttäter

(der im Plenarsaal und der im Fußballstadion)

gemeinsam?

 

Vielleicht dies:

Sie sehnen sich nach Liebe !

 

Erzieherinnen und Eltern

werden ihr zorniges Kind versuchen zu verstehen,

(ohne ihm den Zorn auszutreiben)

werden es in seinem Zorn liebevoll begleiten und trösten

und werden ihm liebevoll Grenzen aufzeigen.

 

Auf solche Art wird es lernen,

dass mit Gewalt, Durchsetzungsgier, Egoismus,

Ruhm, Ehre, Macht, Habgier und Reichtum,

das Zusammenleben nicht gelingen kann.

 

Als Erwachsener dann,

wird das Kind sich selbst und andere

als Menschen verstehen,

die klare Regeln für das Zusammenleben brauchen –

und sich gleichzeitig nach Liebe sehnen.

 

Ein solcher Mensch

wird sich selbst und andere nicht mehr verurteilen

oder für „böse“ halten.

 

So wird er Sanftheit und Güte in die Welt bringen,

statt Gewalt, Habgier und Hass.

 

Dann wird der Mensch verstehen,

das Himmel und Hölle

keine Zukunftsvisionen für die Guten und die Bösen sind.

 

Gewalt und Habgier

bringen uns der Hölle näher,

in der Gegenwart unseres Zusammenlebens.

 

Sanftheit und Güte

bringen uns dem Himmel näher,

in der Gegenwart unseres Zusammenlebens.

 

In der Hölle der Gegenwart sitzen Menschen

mit Löffeln, die einen Meter lang sind –

und verhungern.

 

Im Himmel der Gegenwart sitzen Menschen

mit Löffeln, die einen Meter lang sind –

und füttern sich gegenseitig.

 

Um Sanftheit und Güte zu finden

müssen wir nicht hart an uns arbeiten.

 

Wir müssen nur kurz innehalten.

Sanftheit und Güte sind dem Menschen angeboren.

Wenn wir uns darauf besinnen, spüren wir:

Unsere Sanftheit und unsere Güte

wollen sich ausdehnen hinein in die Welt

und den Himmel auf die Erde holen.

Hier und Jetzt.  

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