Liebe

Liebe

 

Wir könnten mal wieder über die Liebe reden.

Ein heikles Thema?

Ach nein, vielleicht das wichtigste überhaupt.

Vielleicht wichtiger als

Zu-Friedenheit, Be-Friedigung und Frieden.

Die drei können vergehen.

Und das tun sie ja auch immer wieder.

 

Die Liebe aber war immer da.

Ist immer da. Bleibt immer da.

Das ist die gute Nachricht.

 

Hier die schlechte:

Leider können wir sie nicht immer

erfahren und erleben, die Liebe.

Sie scheint sich manchmal verstecken zu wollen, die Liebe.

Das ist ärgerlich.

 

Und da fallen mir sofort Situationen und Menschen ein,

die dafür verantwortlich sind,

dass ich die Liebe nicht erfahren und erleben konnte und kann.

 

Nur in diesen kleinen, erleuchteten Momenten

frage ich mich, ob das auch an mir liegen könnte,

dass ich die Liebe nicht erfahre und erlebe.

 

Schließlich weiß ich genau,

wann ich die Liebe spüre,

nämlich immer dann, wenn sie sich schön anfühlt.

Das sind diese romantischen Momente.

Es ist dieser sentimentale Zustand des Gefühlsreichtums,

gemischt mit ein wenig Sehnsucht nach Dauer.

So romantisch,

dass ich einen Roman schreiben könnte über diese Romanze.

Oh je, ich merk schon,

es droht kitschig zu werden,

aber es fühlt sich doch so schön an…

 

Außerdem weiß ich doch:

Das schöne Romantische ist leider immer nur

von sehr kurzer Dauer.

Schnell schaltet sich der Verstand ein,

relativiert alles,

erinnert mich an unschöne Erinnerungen,

suggeriert mir unschöne Befürchtungen,

mahnt mich, mein eigenes Überleben zu sichern.

 

Da wird mir klar:

Die Liebe (die immer da ist)

ist nur ein Gast (in meinem Erleben).

Ich kann sie nicht fordern, nicht verhaften und nicht horten.

Ein Gast kommt nur, wenn er nicht muss.

Ein Gast, der nicht auch gehen darf,

vergeht schon, bevor er kommt.

 

Besonders kompliziert wird es bei den Menschen,

mit denen mich eine besondere Liebe verbindet.

Bei denen denke ich,

sie seien die Quelle von allem Schönen.

Die möchte ich am liebsten an mich binden,

fesseln, vereinnahmen, mit ihnen verschmelzen.

 

Und diese Menschen tyrannisiere ich manchmal

mit meiner Sehnsucht nach Liebe,

die sollen meine ganzen Mängel kompensieren.

Solche Menschen brauche ich für mich.

 

Und deswegen ist dies

der unerträglich anmutende Skandal mit der Liebe:

Einen Menschen, den ich brauche,

kann ich nicht lieben.

Oder noch deutlicher:

Es ist garantiert,

dass ich den Menschen, den ich brauche,

nicht liebe.

Und umgekehrt:

Der Mensch, der sich von mir brauchen lässt,

liebt mich nicht. Garantiert.

 

Ja, wie denn dann?

So:

Ich kann diese Liebe, die immer da ist,

auch wenn ich sie nicht immer erlebe, verschenken.

Liebe ist nicht immer romantisch.

Sie ist eine Entscheidung.

Ich entscheide mich zur Hingabe

an etwas oder jemanden.

DAS

ist das Ende der Tyrannei meiner Sehnsucht nach Liebe.

Die Liebe kann da sein,

ohne Zu-Friedenheit, Be-Friedigung und Frieden.

Sie ist IMMER dann da,

wenn ich sie weggebe. Nur dann.

 

Dies wäre ein guter Grund für Beziehung und Ehe:

Egal, was aus Deinem oder meinem Verstand hochkommt,

egal, wie oft es romantisch ist oder nicht,

egal, was mit mir und Dir und uns, war, ist und wird:

ICH BLEIBE. Punkt.  

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