Freude

Freude

 

Wir Menschen sehnen uns so sehr nach Freude.

Wir haben gern Freude.

Wir machen gern Freude.

Wir bekommen gern Freude gemacht.

 

Wir haben dabei allerdings ein Problem:

Wenn wir Freude ersehnen,

haben wir sie nicht,

machen wir sie nicht

und bekommen sie nicht gemacht.

 

Und selbst dann, wenn wir die Freude gerade erleben,

schaltet sich schnell unser Verstand ein

und warnt uns,

zeigt uns sogleich das mögliche Gegenstück,

beschwört Ängste und Befürchtungen,

erinnert uns an freudlose Momente.

Selbst die hin reißendsten und erfülltesten Momente

assoziiert unser Verstand

mit Erinnerungen an die Vergangenheit

und Befürchtungen für die Zukunft.

 

Die Lösung könnte in der hier folgenden Zumutung liegen:

Wir können Freude nicht haben.

Und nicht machen.

Und nicht gemacht bekommen.

 

Oh, wie desillusionierend !

Wo ich doch so gerne

Freude habe, mache und gemacht bekomme.

 

Nein, nicht verzweifeln:

Die entspannende Lösung der Zumutung

ist nur ein kleiner Schritt zur wahren Lösung:

 

Wir Menschen tragen die Freude in unseren Herzen.

Sie ist immer da.

 

Wenn wir sie haben und behalten wollen,

läuft sie weg.

Wenn wir sie machen wollen,

wollen wir etwas bewirken, das nicht in unserer Macht liegt.

Wenn wir sie gemacht bekommen wollen,

suchen wir in Wirklichkeit Selbstbefriedigung.

 

So aber könnte die Wahrheit sein:

Ich trage die Freude immer bei mir.

Und der andere trägt seine Freude immer bei sich.

Und so kann ich sie erfahren und erleben:

Ich besinne mich darauf, dass ich sie in mir trage.

Mache mir die Freude, die da ist, bewusst.

Entdecke, dass sie zu jedem Zeitpunkt

und unter allen Umständen immer da ist.

Gebe mich diesem einen Augenblick ganz hin.

Erlebbar und erfahrbar ist die Freude

ohne den Verstand und mit ganzem Herzen,

in diesem einen, wunderbaren Augenblick.

Ich lasse alles andere los,

all mein Denken und Fühlen,

all mein Hoffen und Fürchten,

meine Vergangenheit und meine Zukunft.

Und dann ist sie da.

Ganz da.

 

Nein, ich will nicht mehr Freude haben,

machen oder gemacht bekommen.

Die Freude, die ich bin

und die ich immer bei mir trage,

vor Urzeiten in mir angelegt,

diese Freude kann nicht anders:

Sie will sich ausdehnen.

Ausdehnen zu dem hin,

der seine in sich trägt.

 

So wird Kommunikation Kommunion.

Und so wird Beziehung Liebe:

zwei Menschen hören auf

Freude haben, machen oder gemacht bekommen zu wollen.

Sie machen sich ihre Freude bewusst

lassen sie sich ausdehnen zum anderen hin

und lassen sie sich aneinander anlehnen.

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