Trotz allem Trost

Trotz allem Trost

 

Trotz all dem Schönen, Wahren und Gutem

in meinem Leben:

 

Es gibt doch immer wieder

diese schmerzhaften Augenblicke

von Einsamkeit, Angst und Sinnlosigkeit.

 

Alles so trübe.

 

Als stünde ich nach heißer Dusche

vor dem beschlagenen Spiegel.

 

Für den Moment erleichtert,

den Schmerz in meinem Gesicht

nicht anschauen zu müssen,

flüchte ich in

Ablenkung, Abschaltung und Abspaltung.

 

Das sind legitime Möglichkeiten der Entspannung

um kurz einzuatmen, Luft zu holen.

 

Und weiß doch genau:

dieses Einatmen

wird den Spiegel trübe belassen.

 

Also halte ich lieber Stand,

schaue in das Trübe hinein,

erkenne darin mein schmerzvolles Gesicht,

finde im Standhalten die Kraft

stand zu halten

und frage mich,

wer ich bin.

Ich, in all den Zusammenhängen,

in denen ich bin.

 

Da atme ich aus

und sehe mehr und mehr klar:

Das bin ich:

Der mit Einsamkeit, Angst und Sinnlosigkeit

ist auch der

mit all dem Wahren, Schönen und Guten.

 

Da wird mir Trost.

 

Und dieser eingeatmete Trost

macht mir ein Ausatmen,

das den Spiegel klar werden lässt.

 

 

Und ich erkenne darin einen Menschen,

der sich mag.

Mit allem mag.

 

Und ein Lächeln,

das sanft und liebevoll

den Schmerz

in Geborgenheit und Vertrauen hüllt.

 

Und da ich in meinem Gesicht wieder

Mut, Demut und Trost entdecke,

sehe ich neben meinem Gesicht

das Gesicht eines anderen Menschen,

der meines Trostes bedarf.

 

Und so,

indem ich tröste,

bin ich endlich

ganz getröstet.

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