Glücklich sein

Glücklich sein

Warum denn nur, warum,

sind wir manchmal so unglücklich?

 

Vielleicht deswegen:

Es scheint schon wieder keine Sonne,

warum denn nur immer am Wochenende?

Da liegt der Kontoauszug,

warum denn nur muss ich immer jeden Cent umdrehen?

Montag treffe ich wieder diese eine Kollegin,

warum denn nur muss die mich immer so bevormunden?

Ich werde wieder mein Bestes geben,

warum denn nur dankt es mir keiner genügend?

Wieder ein graues Haar,

warum denn nur ist die Freundin so schlank und schön?

Der Partner regt sich auf,

warum denn nur muss der immer Recht haben wollen?

Wieder die falschen Lottozahlen,

warum denn nur muss immer Ich Pech haben?

 

Ich könnte mich versuchen zu trösten:

 

1. Nicht alle Menschen sind schlank, reich und schön

und in glücklichen Beziehungen.

Aber das hilft mir nicht.

2. Wahrscheinlich gibt es in dieser Stunde

mehr sterbende Menschen als glückliche.

Aber das hilft mir nicht.

3. An diesem Wochenende gibt es 140 Millionen Lottospieler,

die nicht gewonnen haben.

Aber das hilft mir nicht.

 

Vielleicht hilft dies:

Manchmal habe ich Angst vor dem Glücklichsein.

Wie wäre das wohl, wenn ich glücklich wäre?

Ist es das, was ich wirklich will?

 

Wen oder was müsste ich dafür aufgeben,

für mein Glücklichsein?

Beziehungen beenden?

Auf Rechthaben verzichten?

Ent-Scheidungen treffen?

Träume begraben?

Zufrieden sein?

 

Vielleicht müsste ich dann das Leben leben,

das meinem wahren Wesen entspricht.

Manchmal habe ich Angst vor dem Glücklichsein.

 

Meistens entspricht mein Traum vom Glücklichsein

meinen vielen Ideen vom Glücklichwerden.

 

Stattdessen könnte ich aufhören zu träumen.

Immer dann,

wenn ich erträume, ersehne, wünsche, erwarte, fordere,

bin ich in dem Mangelzustand dessen,

dass ich nicht habe, was ich ersehne.

 

Und dann bekomme ich Angst vor dem Glücklichwerden

und all seinen Konsequenzen.

 

Für heute will ich es mal so probieren:

Ich trete ab,

als mein eigener Motivationstrainer.

Ich lasse alle Gedanken und Sehnsüchte fallen,

die mir zukünftiges Glück verheißen.

 

Ich schließe die Augen,

atme ein paarmal tief ein,

lasse mich von Gott in meine innere Mitte tragen

und spüre in mir das Leben,

das meinem wahren Wesen entspricht.

 

Und da breitet sich sanft

gewaltige Dankbarkeit und Demut aus:

Ich habe mehr als genug

von allem was ich brauche,

um das Leben zu leben,

das meinem wahren Wesen entspricht.

 

Ich habe Arbeit und Liebe.

Wunderbare Menschen um mich herum.

Ich bin schön so, wie ich bin.

Habe wunderbare Begabungen, Talente und Fähigkeiten.

Mit allem, was ich habe, kann und bin,

bin ich einzigartig auf der Welt.

Ich werde geliebt,

getragen, geführt und beschützt.

Und ich kann lieben,

tragen, führen und beschützen.

Ich liebe mich.

Und die, die mir anvertraut sind.

So entspricht mein Leben meinem wahren Wesen.

 

Ich will nicht mehr

dieses beängstigende glücklich werden wollen.

 

Ich liebe dieses sich ausdehnende Glücklichsein

des Glücklichseins,

in dem alles ist, was ist.

 

Und da ist sie,

die ganze Schönheit dieser Welt,

in mir und um mich herum.

Erfüllendes Glück von Gegenwärtigkeit.

Wahrgewordene Träume,

die nicht platzen, wenn sie sich erfüllen.

 

Es ist größer und tiefer als Zufriedenheit.

Es ist Glücklichsein,

in dem, was ist.

Und so, wie es ist.

 

 

 

 

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