Herzblick

Herzblick

Vieles ist nicht mehr sicher in dieser Welt.

Da hilft auch Advent nicht.

Eins aber ist garantiert:

Weihnachten kommt,

auch dieses Jahr.

Falls uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt.

(Besser wäre wahrscheinlich,

er würde uns DURCH den Kopf fallen,

ins Herz hinein).

 

Weihnachten kommt ganz sicher,

inklusive der Adventszeit,

mit all ihren schönen Erwartungen.

Und all den Erwartungen,

die wir oft als Belastung empfinden:

Frieden, Gänsebraten, Schnee, Religion, Spenden,

Familie, Lichterkette, Gefühl, Glühwein, Harmonie

Und Glöckchenklingeln.

 

Wie kriege ich das nur hin,

dass mir dieses Jahr

der Himmel mal DURCH den Kopf fällt ???

 

Zwei Dinge will ich gern mal probieren.

Erstens:

Ich will gerne mal glauben,

dass das kleine, süße Jesuskind

inzwischen erwachsen geworden ist,

zum Heilen, Verbinden und Trösten,

durch Sterben und Auferstehen.

 

Zweitens:

Ich will gerne mal probieren,

die Erwartungen nicht mehr zu reduzieren,

sondern sein zu lassen.

 

Wenn mein kleiner Enkel

ein bisschen fremdelt

und sich am bergenden Hals seiner Mama versteckt

und ich keine Erwartungen habe,

kein Drängen, keine Antworten und keine Lösungen,

dann entscheidet er sich für mich

(der sich längst vorher für mich entschieden hatte).

Und dann sind wir beide einfach nur da.

 

Wenn ein ratsuchender Mensch

ein bisschen fremdelt

und sich hinter seinem Schmerz versteckt

und ich keine Erwartungen habe,

kein Drängen, keine Antworten und keine Lösungen,

dann entscheidet er sich für mich

(der sich längst vorher für mich entschieden hatte).

Und dann sind wir beide einfach nur da.

 

Wenn der Gott seiner Ebenbilder

ein bisschen fremdelt

und sich hinter seiner Sehnsucht versteckt

und ich keine Erwartungen habe,

kein Drängen, keine Antworten und keine Lösungen,

dann entscheidet er sich für mich

(der sich längst vorher für mich entschieden hatte).

Und dann sind wir beide einfach nur da.

 

In allen drei Fällen wird aus einem Augenblick

ein Augen-Blick auf Augenhöhe,

mit Geben und Nehmen.

Und aus dem Augen-Blick ein Herzblick.

 

Da geht eine angelehnte Tür weit auf.

Und zwei Kinder werden in die Krippe gelegt,

der andere und ich.

 

Da werden Luxusherzen mit Erwartungsgelüsten

entrümpelt.

Und werden zu Entbindungsstationen.

 

Vielleicht ist es so:

Immer dann,

wenn ich einfach nur ganz da bin,

erfüllt sich wie von selbst

Heilen, Verbinden und Trösten.

Erfüllt sich Gottes innigstes Sehnen.  

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