Auf dem Weg

Auf dem Weg

 

In manchen Kindertagesstätten werden im Advent

die Krippenfiguren jeden Tag ein Stück vor gerückt,

auf ihrem Weg zum Stall.

 

Mir fallen dabei die Heiligen drei Könige auf.

Was macht die eigentlich heilig ?

Das sind doch Herrscher von Weltreichen,

die ihren Arbeitsplatz verlassen haben.

 

Vielleicht genau das:

Sie haben das Herrschenmüssen unterbrochen.

 

Niemand sagt über die drei Könige,

dass sie gesündigt hätten

und Böses getan hätten,

dort in ihren Königreichen

(obwohl das nahe liegt, wenn man herrschen muss).

 

Nein, wir wissen nur,

dass die Heiligen drei Könige

zum Stall gegangen sind,

vor dem Kind gekniet haben

und Geschenke dabei hatten.

 

Und wir dürfen uns fragen,

was die Botschaft sein könnte

in diesen wunderschönen Symbolen

der Weihnachtsgeschichte.

 

Die drei Könige haben alles verlassen,

was ihnen bisher wichtig war:

Macht, Gewalt, Wichtigkeit, Wissen und Reichtum.

(obwohl niemand sie für all das angeklagt hat).

 

Advent für uns

könnte doch dies sein:

niemand klagt uns an für

Macht, Gewalt, Wichtigkeit, Wissen und Reichtum.

Wahrscheinlich brauchen wir von all dem noch ein wenig

zum Überleben.

 

Bleibt die Frage allerdings,

ob es uns wahrhaft froh macht,

Macht, Gewalt, Wichtigkeit, Wissen und Reichtum ?

Und ob Leben mehr ist als das ?

 

Für mich bedeutet Advent dies:

Ich verlasse den Palast meines Verstandes

und mache mich auf den Weg

zum Stall meines Herzens.

 

Kein weiter Weg übrigens.

So ungefähr 40 Zentimeter,

vom Hirn zum Herz.

(je nach Körpergröße)

Ein kleiner Hüpfer nur.

Ein gedanklicher Hüpfer.

Nein, ein besinnlicher Hüpfer.

Eine Entscheidung,

die ich in einer Sekunde fällen kann.

Nein, keine Entscheidung.

Auch kein Gefühl.

Es ist ein Wissen,

das mehr ist als Verstandeswissen.

Das tiefe, innere Wissen,

dass es in meinem Herzensstall schöner ist,

als in meinem Verstandespalast.

 

Weder muss ich meinen Verstandespalast verurteilen,

noch muss ich meinen Herzensstall ausmisten.

 

Ich darf sein mit

Macht, Gewalt, Wichtigkeit, Wissen und Reichtum.

UND

in diesen Tagen

immer wieder mal inne halten

und in meinem Herzen nieder knien.

 

Hin und wieder bekomme ich so eine Ahnung,

dass ich meinen wahren Reichtum

in der Armut meines Herzensstalles finde.

 

Und wenn ich dann zurück muss

in meinen Verstandespalast

berührt mich das Wissen,

dass ich Geschenke verteilt habe.

 

Und dass ich mich gern bald

wieder auf diesen Weg mache.  

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