Nähe riskieren

Nähe riskieren

Weihnachten und Silvester sind Geschichte.

2013 ist geschehen, erlebt, genossen und durchlitten.

Bald kommt Fasching, Geburtstag, Ostern, Sommerurlaub,

Arbeit und Liebe, Herbst, Weihnachten und Silvester.

Alles wird bald schon wieder Geschichte sein.

Auch das Hamsterrad.

Wenn wir zurück blicken,

gab es Zufriedenheit, Hoffnung Glückseligkeit, Ekstase,

Traurigkeit, Angst, Leid, Verzweiflung

und grau-trübes Dahinplätschern.

Hat sich das alles gelohnt?

Und wenn ja, wofür?

Wunden sind geblieben.

Und Narben.

Und ich will uns nicht einladen,

unsere Wunden zu lecken,

dadurch würden sie offen bleiben.

Sie sind zum größten Teil über – wunden.

Um später zu Narben zu werden.

Ich will uns viel eher einladen,

unsere Wunden zu lieben

und sie bei der Vernarbung liebevoll zu begleiten.

Alle unsere Wunden haben zu tun mit

Entwicklung, Reifung, Selbstwerdung.

Mit Verbindung, Verbundenheit, Liebe und Nähe.

Liebe und Glück

gibt es grundsätzlich niemals allein

mit Verliebtheit und Glücklichsein.

Und wir müssen sie nicht suchen und provozieren

unsere Wunden,

nur um Verbundenheit, Liebe und Nähe

erleben zu können.

Sie widerfahren uns und werden uns geschenkt.

Warum aber nur, ist der Preis so hoch?

Kann der Mensch nicht ganz einfach mal

ganz einfach glücklich sein?

Und liebevolle Nähe genießen,

ganz kostenlos?

Nein, kann er nicht.

Und das ist wohl auch gut so.

Viele Menschen wechseln die Beziehung

in dem Moment, in dem Nähe entsteht,

weil sie Angst haben,

dass sie sich selbst in der Nähe verlieren.

Und ahnen nicht,

dass sie sich selbst

nur in der Nähe zu einem anderen Menschen

finden können.

Und sehnen sich zutiefst danach.

Nähe heißt:

Ich trete aus mir heraus (Ekstase)

und lasse einen anderen hinein.

Da geschieht etwas,

dass wir kaum ertragen können.

Aber allein die Bereitschaft,

diese Sehnsucht stillen zu wollen,

verwandelt die Angst vor dem Bohren in Wunden

in das liebevolle Berühren und Verwandeln von Wunden

auf dem Weg zur Vernarbung.

Wunden und Schmerzen die geliebt,

statt gepflegt und geleckt werden

befreien uns davon,

andere Menschen mit ihnen zu verletzen.

Ich ahne:

Mich zu öffnen, aus mir heraus zu treten,

mich zu verschenken und hinzugeben,

ist die wohl einzige Tür zum Erleben von Liebe.

Wie all das in der Realität funktioniert,

was ich da ahne, weiß ich nicht.

Aber ich habe ein herzerfrischendes Misstrauen

gegen mich selbst, immer dann

wenn ich versuche, einen guten Eindruck zu machen.

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