Lebbe ged weider

Lebbe ged weider

Das war schon immer so.

Das ist so. Und das bleibt auch so.

„Lebbe ged weider“.

Diese millionenfach zitierte, tiefsinnige Erkenntnis

des Fußballtrainers Dragoslav Stepanovic

nach einer Niederlage seiner Frankfurter Eintracht,

hat nicht nur ewigen Bestand,

sie enthält auch die gewaltige Weisheit,

dass die Dinge in einem größeren Zusammenhang stehen.

Dass, was uns Menschen in tiefster Seele tröstet ist,

dass wir Sinn in Zusammenhängen erleben,

in kleinen und in großen.

Der Mensch

(also Wir – Du und Ich)

gehörte einst zu unterschiedlichen Gruppen von Schimpansen.

Die eine Gruppe starb aus, die andere blieb Schimpanse,

die dritte Gruppe begann aufrecht zu gehen.

Das war vor 5 Millionen Jahren.

(wahrscheinlich ist Schöpfung und Evolution dasselbe)

Lebbe ged weider.

Das war in Afrika.

Vor 30 Tausend Jahren beschlossen wir

Afrika zu verlassen und nach Europa zu gehen.

Wir wissen nicht,

was die anderen so gemacht haben,

aber unsere Ahnen – Juden und Muslime –

wurden von Gott aus Ägypten befreit,

vor 3000 Jahren.

Vorher hatte noch der Kain seinen Bruder Abel erschlagen.

Aber Gott wollte nicht, dass der Kain bestraft wird.

Das war die erste Auferstehungsgeschichte.

Und der Abel ?

Wenn es stimmt, dass es nicht nur im Diesseits Leben gibt,

sondern auch danach, gilt auch für den Abel:

Lebbe ged weider.

Viel passiert seitdem:

Glück, Frieden, Heilung, Liebe, Leben und Sinn.

Aber auch viele Katastrophen:

Unglück, Krieg, Krankheit, Hass, Tod und Sinnlosigkeit.

Irgendjemand im Mittelalter hat überlebt,

geliebt und hat Kinder gezeugt.

So kamen unsere Ur-Ur-Großeltern auf die Welt.

Und so sind Wir jetzt da.

Und leben.

Mehr oder weniger.

Lebbe ged weider.

Unsere Kinder,

die leiblichen und die beruflich anvertrauten,

werden bald Ur-Ur-Enkel haben.

Lebbe ged weider.

Alles steht in einem großen Zusammenhang.

Es ist wie ein gewaltiger Film in Überlänge.

Eine Szene davon ist mein Leben.

Ich kann dafür sorgen,

dass es eine gute Szene wird.

Eine mit Frieden, Liebe und Sinn.

Ich kann selbstverantwortlich dafür sorgen,

dass meine Filmszene mich und andere glücklich macht.

Und meinen Teil dazu beitragen,

dass meine Szene mich andere berührt und bewegt.

Meine Ahnen,

Neandertaler und homo erectus, Juden und Muslime,

Kain und Abel, Mittelaltler und Postmoderner,

Opa und Oma, Vater und Mutter,

haben mich hierher gebracht.

Und ich werde mal Ahne sein meiner Ur-Ur-Enkel.

Wie tröstlich, dass aller Sinn aus Zusammenhängen kommt.

Lebbe ged weider.

Wir wissen nicht,

wie der ganz große Film ausgeht,

obwohl jeder seinen wichtigen Beitrag dazu leisten darf,

aber:

wenn wir mal ein wenig Muße haben,

tief in unser Herz hinein zu hören,

finden wir da eine Ahnung voller Gewissheit:

Selbst wenn die Welt morgen aus den Angeln gerissen wird,

könnten wir heute noch einmal lieben, denn

Lebbe ged weider.

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