Treue

Treue

Warum nur

bekommen wir manchmal so ein mulmiges Gefühl

wenn es um Treue geht?

Vielleicht, weil wir ein wenig Angst haben

vor der Ungewissheit:

Werde ich mir selbst treu sein können?

Werde ich dem gegenüber treu sein, der mir vertraut?

Wird der andere sich selbst treu sein können?

Wird er mir treu sein?

Vielleicht aber auch,

weil wir ein wenig Angst haben vor der Gewissheit,

einer Gewissheit, die das Ende von Freiheit besiegelt:

Treu wie ein Ring,

der sich auch mit Schmierseife nicht vom Finger löst.

Treu wie ein Anker,

der mit dem Felsen am Meeresgrunde verschmilzt.

Treu wie ein Hund,

der mit dem Schwanz wedelt, wenn er geschlagen wird.

Eigentlich sind wir gerne treu.

Wir mögen uns selbst,

wenn wir verbindlich sind

und standhaft bei gegebenen Versprechen.

Wir mögen uns selbst,

wenn wir uns trauen verlässlich zu sein,

weil man uns vertraut.

Wir spüren darin etwas, das mit Wahrheit zu tun hat

(das englische Wort „truth“ hat den gleichen Wortstamm

wie „Vertrauen“).

Wir mögen uns selbst,

wenn wir unbestechlich sind

und man uns für unbestechlich hält,

wenn unsere Werte

mit unserem Handeln übereinstimmen.

Aber:

Leider sind nicht nur die Menschen

in der Politik und in der Wirtschaft

und unsere Freunde in ihren Liebesbeziehungen

korrumpierbar,

d.h. durch Verlockungen und Drohungen von außen,

also durch andere in Versuchung gebracht,

sich selbst und anderen gegenüber untreu zu sein.

WIR sind es auch:

immer wieder

wird unser Anspruch von Übereinstimmung

zwischen Sein und Sollen,

zwischen Überzeugung und Handeln,

in Frage gestellt.

Durch Drohung und Verlockung von außen.

Tatsächlich von außen ???

NEIN !

Immer dann,

wenn meine Treue von außen, von jemand anderem,

in Frage gestellt werden kann,

immer dann habe ich sie für jemand anderen, nach außen hin,

versprochen.

Statt mir selbst !!!

Treue

zu meinen Werten,

meinen Verbindlichkeiten und Verpflichtungen,

in meinen Beziehungen

und in meiner Partnerschaft

ist in erster Linie

Treue zu mir selbst,

meinem Sein, wie es eigentlich ist.

Unabhängig von Drohungen und Verlockungen von außen

und unabhängig vom Gegenüber, dem meine Treue gilt.

Treue ist das,

was meine Seele zutiefst erfüllt.

Erst dann, gleichzeitig oder dem folgend,

erfüllt sie den, dem meine Treue gilt.

Oder auch nicht.

Treue versetzt mich selbst in einen Zustand von Zufriedenheit,

langfristiger Zufriedenheit.

Ich bin selbst verantwortlich für das Erleben meines Lebens.

Auch für das Erleben von Zufriedenheit.

Treue macht zufrieden. Langfristig.

Und:

Ich muss nicht treu sein.

Die anderen werden schon darüber hinweg kommen.

Ich nicht.

Ich entscheide mich für Treue.

Für meine verbindlichen Verpflichtungen.

Solange, bis ich sie beende.

Solange bin ich treu.

So bleibe ich mir treu.

Durch Treue.

Und vielleicht lade ich damit jemanden ein,

sich selbst treu zu sein.

Kann sein,

dass wir beide so große Lust haben

uns selbst treu zu sein,

dass wir große Lust haben treu zu sein.

Das ist dann womöglich Liebe.

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