9.3.2014 Ich bin

Ich bin

Vielleicht gehörst Du auch zu denen,

die die Sonntagsgedanken hin und wieder oder regelmäßig lesen.

Warum tust Du das?

Du wirst hier manchmal

kritisiert, provoziert, korrigiert, ertappt, ermahnt, verunsichert,

belehrt, beraten, bewertet und beurteilt.

Brauchst Du das?

Wenn ja, wofür?

Vielleicht bist Du manchmal

nicht so ganz zufrieden mit Deinem Leben,

sehnst Dich nach etwas mehr Glück, Erfüllung und Sinn,

hast noch ein paar offene Wunden,

aus denen sich Zukunftsängste entwickeln.

Vielleicht möchtest Du,

dass der Abstand zwischen Kopf und Bauch

kleiner wird, zwischen Verstand und Gefühl.

Vielleicht wünschst Du Dir,

dass die Diskrepanz zwischen Reden und Tun

kleiner wird, Du authentischer wirst.

Und brauchst für all das ein paar geistige Anregungen.

Kann sein, dass Du dafür in Kauf nehmen musst,

provoziert, verunsichert und beraten zu werden.

Kann sein, dass das manchmal etwas weh tut,

wenn Du durch die Enge in die Weite kommst.

Kann sein, dass ein paar gute Einsichten

Dein Leben etwas leichter machen.

Eines aber kann nicht sein:

Wenn Dein Guru, Dein Prediger, Dein Berater,

Dein Fortbilder, Dein Sonntagsgedankenschreiber,

Dein Vater, Deine Mutter, Dein Partner,

wenn einer von denen

rechthaberisch, besserwisserisch, überheblich,

verletzend und verurteilend ist,

dann schau auf Eure Verbundenheit und verurteile sie nicht.

 Dann schau wieder auf Dich.

Und sei bei Dir.

Wenn Du Dir all das von anderen gefallen lässt,

bist Du dabei, Dich selbst zu verurteilen,

bist mit Dir selbst nicht versöhnt.

Dann bist Du nicht bei Dir.

Nicht in Deiner Mitte.

Es ist gut,

wenn Kopf und Bauch angeregt werden.

Aber die Wahrheit ist in der Mitte.

Da, wo Dein Herz ist.

Dein Herz ist der Ort,

wo niemand Dich verurteilt,

auch Du selbst nicht.

Da bist Du, der Du bist.

Der Gott der Bibel soll mal gefragt worden sein

wer er sei.

Da soll er gesagt haben:

Ich bin, der ich bin.

Wenn Du dieses „Ich bin, der ich bin“,

mit Drohung, Strafe, Belehrung und Verurteilung assoziierst,

ist das nicht Gott.

Es ist Deine Illusion von Gott.

Es ist das, was Du von Dir selbst denkst,

wenn Du in Kopf oder Bauch stecken bleibst.

Die Wahrheit ist in der Mitte.

Da, wo Dein Herz ist.

Ohne jedes Urteil.

Du bist, der Du bist.

Und alles ist gut.

Bleibt noch die Frage,

wie Du Deine Herzenswärme findest,

in Deiner Mitte.

Deine Herzenswärme,

die ein für alle Mal dort angelegt ist.

Für die Du nichts tun musst,

nichts denken, fühlen, sagen oder haben.

Vielleicht findest Du sie so Deine Herzenswärme

 (oder ganz anders):

Indem Du fröhlich sündigst,

zweifelnd glaubst,

egoistisch liebst,

mutig Angst hast,

träge Pflichten erfüllst,

tapfer resignierst,

fordernd dankbar bist

oder unzuverlässig Vereinbarungen einhältst.

Indem Du Dich für gar nichts mehr verurteilst.

Du bist, der Du bist.

Da öffnet sich der Raum unendlich gütiger Sanftheit.

Einst wird man Dich nicht fragen,

was Du gedacht, gesagt, gefühlt oder getan hast.

Einst wird man sagen:

Es war schön mit Dir.

Es ist schön mit Dir.

Und wenn Gott sagt:

Ich bin, der ich bin,

dann kannst Du sagen:

Ich auch.

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