Verzicht

Verzicht

 

Viele Menschen mussten am Sonntag

auf die Sonntagsgedanken verzichten.

(durften, konnten, sollten, wollten)

 

Aber Verzicht passt gut in die Karwoche.

Viele Menschen verordnen sich in der Karwoche

eine ganz bestimmte Abstinenz.

Manche sogar 40 Tage lang,

von Aschermittwoch bis Ostern.

 

Manche verzichten für eine festgelegte Zeit

auf Alkohol, Süßigkeiten oder Fleisch.

Andere auf Streit, Stress oder Fernsehen.

Wieder andere verzichten auf

Rechthaben, Durchsetzen oder Verurteilen.

Oder auf „Eindruck machen“,

„Rat-schlagend einmischen“ und „es allen recht machen“.

Manche verzichten für einen Zeitraum darauf,

andere eines Fehlverhaltens zu bezichtigen.

Und wieder andere verzichten darauf,

sich einen Verzicht aufzuerlegen.

 

Dabei ahnen wir

(oder wissen aus eigener Erfahrung),

dass Verzicht

eine der persönlichkeitsbildensten Maßnahmen ist

für die Erziehung und die Selbsterziehung.

 

Nicht nur Kinder

werden durch Verzicht

zu einem hohen Maß

zum Teilen animiert.

 

Und wir dürfen unterstellen,

dass der Frieden

in unserer nahen und fernen Welt

in zunehmendem Maß

durch Verzicht und Teilen

erhalten werden kann.

 

Wir dürfen aber auch unterstellen,

dass Verzicht nicht durch Vergewaltigung

erzwungen werden darf.

Und dass es ein Grundrecht

auf die Befriedigung

von Bedürfnis und Lustgewinn gibt.

 

Bleibt vielleicht dies:

Verzicht kommt ursprünglich von Verzeihen.

Ich versöhne mich mit meiner Unsicherheit

beim Umgang mit Verzicht und Verzeihen.

Und teile mein Versöhntsein.

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