Loslassen verbindet

Loslassen verbindet

 

Das haben wir oft genug von klugen Menschen gehört,

auf Postkarten gelesen

und tief im Herzen wissen wir es:

 

Die höchste Form der Liebe ist das Loslassen.

 

Wenn Du Deinen Kindern Wurzel und Flügel gegeben hast,

kannst Du sie in Frieden ziehen lassen.

Sie haben dann alles was sie brauchen,

um ihr eigenes Leben zu leben.

Und mit ihrem selbstbestimmten Leben

können sie zu Deinem besten Freund werden.

 

Wenn Du Dein bester Freund bist

und Dein Kind ist sein eigener bester Freund,

könnt Ihr beste Freunde werden.

 

Das Kind braucht auf seinem Weg zur Selbständigkeit

Anleitung, Fürsorge und Hilfe.

Und mit jedem Tag seiner zunehmenden Selbständigkeit

braucht es weniger Anleitung, Fürsorge und Hilfe.

 

Manchmal sind Eltern sind stolz darauf,

dass das Kind sie immer weniger braucht.

Manchmal sind Eltern ein wenig traurig,

dass das Kind sie immer weniger braucht.

Und manchmal genießen Eltern das Gebrauchtwerden so sehr,

dass sie eine Profession oder ein Hobby daraus machen:

Ärzte, Therapeuten, Pfleger, Sozialarbeiter, Erzieher oder

sozial engagierte Ehrenamtler.

 

Der Liebe, der es so schwer fällt loszulassen,

ist die Liebe, die so gern anleitet, fürsorgt und hilft.

Es kann aber vorkommen, dass diese Liebe

keine wahre Liebe ist, sondern ein legitimer Umweg

zu eigennützlicher Selbstfreundschaft.

 

Immer dann, wenn wir etwas geben,

um dafür etwas zu bekommen, ist es keine wahre Liebe.

 

Was aber tun, damit aus hilfreich notwendiger

Anleitung, Fürsorge und Hilfe

kein andauernder Egoismus wird,

der im Deckmantel der Liebe daherkommt?

 

Vielleicht dies:

Wir dürfen auf dem Weg ein guter Freund zu werden

einen guten Teil unserer Liebe dafür verwenden,

uns selbst ein eigener guter Freund zu werden.

 

Wir dürfen uns selbst

anleiten, fürsorgen und helfen,

indem wir lernen, uns selbst zu lieben,

mit allem, was uns ausmacht.

 

Ich liebe mich

mit allen meinen Unzulänglichkeiten und Schattenseiten,

mit meinen Unzuverlässigkeiten und Abhängigkeiten,

mit meinen Bewertungen und Urteilen,

mit meinen Empfindlichkeiten und Ängsten,

mit all meinen Egoismen und Lieblosigkeiten.

Und ich liebe mich auch damit,

dass mein Anleiten, Fürsorgen und Helfen

manchmal keine wahre Liebe ist.

 

Ich liebe mich mit allem.

Gerade so, wie ich bin.

Ich höre auf,

meine Unzulänglichkeiten und Lieblosigkeiten

zu bekämpfen, da ich weiß,

dass alles, was ich bekämpfe, nur schlimmer wird.

 

Indem ich meine Unzulänglichkeiten

und Lieblosigkeiten liebe,

versöhne ich mich mit ihnen.

So lasse ich sie los.

Die höchste Form der Selbstliebe.

 

Indem ich Anleitung, Fürsorge und Hilfe

mir selbst in Liebe widme

und mich mit meinen Lieblosigkeiten versöhne,

bin ich so zu meinem besten Freund geworden.

 

Und so kann ich nun sogar mich selbst

als meinen besten Freund in Liebe loslassen.

 

Solcherart in Liebe befreit

von meiner eigenen Bedeutsamkeit

und meiner Sehnsucht nach Liebe,

bin ich dem anderen ein bester Freund

und lasse dessen Unzulänglichkeiten

in Liebe los.

 

Dieser Freund wird sich

durch mein liebevoll loslassendes Versöhntsein

mit mir und ihm

anstecken lassen,

zu einem liebevoll loslassenden Versöhntsein

mit sich und mir.

 

So sind wir

in wechselseitigem Loslassen

in wahrer Liebe verbunden.

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