Muttertag

Muttertag

 

Warst Du schon oder gehst Du noch?

Musst Du oder willst Du?

 

Eventuell lohnt ein Blick zurück nach vorn.

 

Zunächst zurück:

Der Muttertag hat mehrere Vergangenheiten,

eine, die mit der Frauenbewegung zu tun hat,

eine andere, die mit dem Reichsmütterdienst

und der germanischen Herrenrasse zu tun hat,

eine, die mit dem Verband der Blumengeschäftsinhaber

zu tun hat und eine,

die mit Deiner ganz persönlichen Geschichte

an diesem Tag zu tun hat.

 

Vielleicht erinnerst Du Dich mehr oder weniger gern

an Dein Elternhaus und Deine Erziehung.

 

Du musstest als einzige immer um 21.00 Uhr zuhause sein

und fühltest Dich gegängelt und bevormundet.

Später dachtest Du,

dass andere Menschen weit schlimmere

autoritäre Diktaturen überstanden haben.

 

Oder Du gehörtest zu denen,

die immer alles durften

und alle Bedürfnisse erfüllt bekamen.

Später dachtest Du,

dass andere Menschen weite schlimmere

lieblose Grenzlosigkeiten überstanden haben.

 

Manche Therapeuten glauben bis heute,

dass die meisten unserer Neurosen mit Mutter zu tun hätten.

So können wir uns durch Schuldzuweisung entlasten.

Als könnten wir unsere süßen Neu-Röschen

nicht längst selbst pflegen und bewahren,

in freier Selbstverantwortung.

 

Stattdessen fahren wir mit heimlichen

oder unheimlichen Forderungen und Vorwürfen

im Sturmgepäck zum Muttertag.

Oder mit der Verpflichtung

zu bedingungsloser Dankbarkeit.

 

Gleichzeitig ahnst oder weißt Du es längst:

Deine Mutter ist nicht verantwortlich

für das Gelingen oder Misslingen Deines Lebens.

Und war es nie.

 

Mutter hat Dich mehr oder weniger liebevoll begleitet,

bis Du so weit warst,

Verantwortung für Dein Leben zu übernehmen.

Das hat sie getan.

Und damit hat sie ihre Pflicht erfüllt.

Hätte sie das nicht,

säßest Du nicht da und würdest lesen.

Du kannst jetzt also damit aufhören,

Vorwürfe zu machen,

um Anerkennung und Liebe zu betteln,

Forderungen zu erheben

oder Dankbarkeitspflichten zu erfüllen.

 

Deine Mutter ist vielleicht nicht so, wie Du sie gern hättest,

war sie nie, wird sie nie sein.

Sie hat ihre Pflicht erfüllt.

Du darfst jetzt selbst Verantwortung

für das Gelingen Deines Lebens übernehmen.

Nur dann kann es gelingen, Dein Leben.

 

So gerüstet

wirst Du Kinder begleiten (eigene und fremde)

bis sie Verantwortung für ihr Leben

wahrnehmen können.

Dann wird ihr Leben gelingen.

 

Du wirst dabei vielleicht nie so sein, wie sie sich das wünschen.

Und sie werden nie so werden,

wie Du sie Dir wünschst.

Und vermutlich werden sie oftmals genau das nicht tun,

was Du ihnen rätst.

 

Und wenn sie sowieso tun, was sie wollen,

kannst Du sie auch liebevoll akzeptieren,

bei dem, was sie tun. Egal, was sie tun.

 

Was also könntest Du tun, am Muttertag?

Du könntest Vergangenheit und Zukunft weglassen.

Und Deiner Mutter im Hier und Jetzt ganz neu begegnen.

 

Wenn es Dir gut tut, freust Du Dich.

Wenn es ihr gut tut, freust Du Dich.

Wenn es Dir nicht gut tut, gehst Du wieder.

Oder Du tust etwas, das Dir und ihr gut tut.

 

Dein Leben ist Dein Leben. Und ihr Leben ist ihr Leben.

 

Wenn beide die Verantwortung

für die eigene Zufriedenheit wahrnehmen,

habt ihr eine schöne Zeit.

 

Und wenn Du ganz allein die Verantwortung

für Dein eigenes Wohlbefinden übernimmst,

wird das ein Lächeln auf Dein Gesicht zaubern.

 

Dieses Lächeln wird Mutter

(ganz ohne Vergangenheit und Zukunft)

in ihre Gegenwärtigkeit hineinzaubern.

Da wird dann die Liebe sein, die ihr ohnehin beide habt.

 

Und das wird wahrscheinlich morgen auch noch gelten.

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