Ethik

Ethik

 

ist die Lehre vom guten Tun.

 

Und irgendwie stimmt es ja wohl auch:

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Zumal:

Was Du nicht willst, dass man Dir tu,

das füg auch keinem andern zu.

 

Das Problem:

Gerade sozial denkende oder arbeitende Menschen

machen manchmal so viel Wind

um ihr gutes Tun,

dass sie bedroht sind,

vom eigenen Wind weggeweht zu werden.

 

Offensichtlich ist das gute Tun besonders dann gut,

wenn es ein automatischer Ausdruck

einer zufriedenen Seele ist.

 

Stattdessen neigen wir manchmal dazu,

unser gutes Tun

mit anderen Begriffen und Tu-Wörtern zu assoziieren:

Pflicht erfüllen,

Leistung erbringen,

Funktionieren beweisen,

Gehorsam zeigen,

Anerkennung erflehen, etc.

 

Wir sozialen Menschen können das unseren

Eltern, Erzieherinnen, Lehrerinnen, Kolleginnen und Chefs

selbstverständlich nicht vorwerfen

(meistens haben sie es ja gut gemeint

und wollten damit Gutes tun),

aber in gutem Glauben, Hoffen und Lieben

pflanzten sie in uns die Saat,

die sie für uns, die anderen und die Welt

für die Beste hielten:

Den Nächsten mehr zu lieben, als sich selbst.

 

Oftmals ist aus diesem gut gemeinten Tun

eine Überfürsorglichkeit gewachsen,

die wir gerade bei Eltern, Sozialarbeitern

oder helfenden Berufen erkennen können.

 

Solch eine Überfürsorglichkeit

kann dazu führen, die Selbstfürsorge zu vernachlässigen,

bis hin zu Selbstverleugnung und Selbstaufopferung.

Das Motiv dahinter ist oftmals unsere Sehnsucht

Menschen zu finden,

die uns so lieben, wie wir sind.

Ganz ohne unser Tun.

Ganz ohne unser gutes Tun.

Ganz ohne Bedingungen.

 

Solche Menschen sind nur schwer zu finden.

Sie alle haben das gleiche Thema.

Auch sie möchten gerne

so geliebt werden, wie sie sind.

Ganz ohne Bedingungen.

 

Ein Dilemma,

das wohl nicht zu lösen ist,

zwei Sehnsüchtige prallen in Beziehung aufeinander

und erträumen vom anderen

die bedingungslose Liebe.

Was bleibt ist manchmal

Scham, Schuld, Angst, Verurteilung und Trennung.

 

Was tun?

Was tun, beim guten Tun?

 

Vielleicht hilft dieser Weg:

Ich versöhne mich mit mir selbst.

Und vergebe mir.

Beginne neu.

Ganz ohne Scham, Schuld, Angst,

Selbstverurteilung und Trennung von mir selbst.

Beginne, mich zu lieben.

Ganz ohne Bedingungen.

Ganz ohne all mein Tun.

Ganz ohne mein gutes Tun.

 

Ich bin wertvoll. So, wie ich bin.

Allein durch mein Sein.

Bin wertvoll,

besonders auch im Nichts-Tun.

 

Ich mache keinen Wind mehr um mein gutes Tun.

Dann weht es mich auch nicht weg.

 

Meine versöhnte, zufriedene Seele

öffnet sich der Liebe in mir.

 

Kann sein,

dass die versöhnte Seele nicht einmal mehr

wissen will und muss, was zu tun und zu lassen ist.

 

Kann gut sein,

dass die mit sich, Gott und der Welt versöhnte Seele,

Gutes tut.

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