WIE !

WIE !

 

Ja wie, schreibt man WIE nicht mit Fragezeichen?

Ja, aber das tun wir meist erst dann, wenn wir zuvor das WAS

mit einem Ausrufungszeichen versehen haben.

 

Zumeist fragen wir zunächst, WAS zu tun sei,

was unsere Aufgabe ist, was unsere Bestimmung.

WAS ist zu tun,

angesichts der Kriegsschauplätze, der Flüchtlingsströme,

der Seuchen und des Hungers?

 

Oder die wirklich elementaren Fragen

angesichts von Not und Elend in der Welt:

Soll ich mir noch einen Kaffee holen?

Soll ich den Rasen mähen?

Soll ich den Nachmittag planen?

Soll ich mir Sonntagsgedanken machen?

 

WAS ist zu tun?

WAS muss ich, WAS soll ich, WAS will ich?

WAS bringt die Zukunft,

die nahe, die mittlere, die ferne?

 

WAS tue ich nachher,

WAS im Herbsturlaub,

WAS an Weihnachten,

WAS in der Rente,

WAS auf dem Sterbebett,

WAS nach dem Tod ???

 

All diese Gedanken über das WAS

für das Nachher, Später oder Irgendwann,

kommen aus meinen Gedanken

über meine Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse

aus dem Vorhin, Früher oder Damals.

Das Vorher bestimmt ganz offensichtlich

mein Denken über das Nachher,

mit all seinen Bewertungen und Urteilen.

 

Gab es Sturm und Regen

(im letzten Urlaub oder vergangenen Leben),

fürchte ich Sturm und Regen

(für den nächsten Urlaub oder das zukünftige Leben).

 

Gab es Glück, Frieden, Erfüllung und Sonne

(im letzten Urlaub oder vergangenen Leben),

erhoffe oder erwarte ich

Glück, Frieden, Erfüllung und Sonne

(für den nächsten Urlaub oder das zukünftige Leben).

 

Und so bin ich abhängig und gefangen

in all meinen Bewertungen und Beurteilungen

meiner Erfahrungen, Erlebnisse und Erkenntnisse

aus der Vergangenheit,

gequält von Befürchtungen, die sich wiederholen

und Hoffnungen, die sich nicht erfüllen.

 

WAS tun ?

Und WIE ?

 

Ich sehe ein Bild:

Ich sitze auf einem Berg,

Rast bei einer Wanderung,

Brot, Käse und kühles Bergbachwasser.

Ich habe große Lust heraus zu finden,

ob es ein Echo gibt.

Aber WIE ?

 

Ich könnte meine ganze Wut hinaus brüllen,

meine Angst, Einsamkeit, Sinnlosigkeit, Bodenlosigkeit.

All mein WAS war, WAS ist und WAS soll sein.

 

Aber DAS kenne ich schon vom Echo:

Dann kommt all das zurück zu mir.

 

Stattdessen dies:

Ich sehe die Weite.

Ich schmecke die Frische.

Ich höre die Stille.

Ich rieche den Frieden.

Ich fühle mein Sein.

Verbundenheit tröstet mich.

 

Da berührt mich mein Sein

Ich „erlaube“ mir und der Welt

das Schöne und das Schwere,

die Sonne und den Regen.

Und bin nicht länger im Tun oder Haben.

 

Ich lasse mich berühren vom WIE.

Und vom Egal-Wie,

(ohne dabei ignorant oder fatalistisch zu werden).

 

Da, wo es kein WAS mehr gibt,

keine Bewertung und Beurteilung,

da bin ich in meiner Mitte,

da wo mein Herz ist

und da, wo Gott ist.

 

Und dann rufe ich sanft und gütig

mein Danke

zum Berg.

 

Und dann ist mir,

als würde Gott mein Echo sein.

Und dann kommt gewaltig sanft säuselnd gütig

Sein Danke zu mir zurück.

 

Jetzt schreibe ich WIE mit Ausrufungszeichen.

 

Und dann weiß ich, WAS zu tun ist.

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