Freiheit

Freiheit

 

Selbstverständlich,

wir wollen ja nicht undankbar sein,

es gibt sie immer wieder,

diese kleinen Augenblicke von Glück und Freude.

 

Und dennoch:

manchmal ist das Leben

unerträglich anstrengend.

Die vielen  Aufgaben, Pflichten, Vereinbarungen.

Wenn der Kopf voll ist von alldem

„Du könntest“, „Du solltest“, „Du müsstest“,

„Du kannst“, „Du sollst“, „Du musst“.

 

Zusätzlich

leiden wir unter der anstrengenden Wahlfreiheit

bei der Einteilung der To-do-Liste

in „Wichtig“ und „Dringend“,

müssen unentwegt Dinge entscheiden,

Partner beglücken,

Kinder begleiten,

Freundschaften pflegen

Angehörige besuchen,

die Küche aufräumen,

die Zeitung lesen,

Sport treiben,

jung bleiben,

uns gesund ernähren,

Geld verdienen

und die Blumen gießen.

 

Kein Wunder,

dass wir dick werden,

Migräne entwickeln

und morgens lieber liegen bleiben.

 

Aber im Liegen wird es auch nicht besser,

da ist es entweder zu warm oder zu kalt.

Und dann fängt das Grübeln an,

das noch anstrengender ist als all

die Aufgaben, Pflichten und Vereinbarungen:

 

Woher komme ich?

Was soll ich hier?

Wohin gehe ich?

 

Da lande ich schnell bei der Frage

nach meiner Bestimmung:

 

Wohin soll ich gehen?

Was soll ich tun?

Was soll ich sagen und zu wem?

 

Aber bevor ich den Verstand verliere,

stehe ich lieber auf

und rette mich in all meine Gewohnheiten,

meine Aufgaben, Pflichten und Vereinbarungen.

 

Dabei könnte genau das die Erlösung sein:

Den Verstand zu verlieren !

 

Immer dann,

wenn mein Verstand mich nicht quälend zwingt,

genau zu wissen, was ich glaube, denke und fühle,

mich nicht zwingt,

unentwegt über richtig und falsch,

gut oder böse,

wahr, schön und gut

entscheiden zu müssen –

immer dann,

wenn ich nicht mehr frage nach

Woher, Wozu, Wohin,

immer dann,

wenn ich für einen Augenblick

meinen Verstand verliere,

bin ich in meiner Bestimmung!

 

All mein Leiden,

von dem ich dachte es käme von außen,

von den Umständen oder von jemandem,

kommt aus meinem Verstand.

 

Womöglich ist dies die einzig wahre Bestimmung

menschlicher Existenz:

wir sind zur Freiheit berufen.

Und Freiheit ist da,

wo wir den Verstand verlieren,

da, wo unsere Seele uns zu unserem Herzen führt,

da, wo ALLES erlaubt ist.

 

Unsere einzig wahre Bestimmung könnte die sein:

Das, was ich jetzt in diesem Augenblick

denke, fühle, tue und lasse.

DAS ist mein Weg.

 

Auf einmal spüre ich,

wie mein Atem kommt und geht.

DAS ist das Wahre, Schöne und Gute.

 

Und ich bin ein klein wenig gespannt,

wo und wie sich meine Freiheit

im nächsten Augenblick ausdrücken möchte.

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