Du darfst

Du darfst

 

verspricht Dir eine bestimmte Margarine.

Weil sie nur 50% Fett hat.

Erleichtert, dankbar und mit gutem Gewissen

streichst Du Dir die doppelte Menge auf`s Brot

und hast den Schweinehund besiegt.

Weil Du dann aber gerne mal dick aufträgst,

hast Du sie wieder, die hundert Prozent.

 

Es gibt ja jede Menge Bücher

zum Inneren Schweinehund mit Tips,

wie er zu überwinden sei.

 

Allein ein Buch auf dem Markt behauptet,

dass der Schweinehund

nicht zu überwinden sei

(weil dann alles nur schlimmer wird),

sondern nur zu versöhnen.

Erst dann, wenn ich dem Schweinehund

Recht gebe, auf ihn höre

und ihn zu meinem besten Freund werden lasse,

wird er mich nicht mehr quälen,

wird meine innere Zerrissenheit

zwischen „Du darfst“

und „Du darfst nicht“ beendet sein.

 

Dieses eine Buch

beschreibt in 24 Kapiteln

die großen Themen innerer Zerrissenheit,

so wie Aufschieberitis, Rechthaberei

Undankbarkeit oder Unzufriedenheit.

 

Angedeutet sind dabei auch immer wieder

die unzähligen, vermeintlich kleinen Plagegeister

des inneren Kampfes.

 

Wenn das wahr ist,

dass das Ende des inneren Kampfes

fast ausschließlich

in der eigenen inneren Versöhnung erfolgen kann

und Du tatsächlich ALLES

fühlen und denken und tun darfst

– DU darfst -,

dann gilt auch all dies

(auch wenn Du es Dein Leben lang anders gelernt hast):

 

Du darfst Forderungen erheben.

Du darfst Vorwürfe machen.

Du darfst schlecht gelaunt sein.

Du darfst um Liebe betteln.

Du darfst Vorurteile haben.

Du darfst rassistisch sein.

Du darfst unbeherrscht sein.

Du darfst Sahnetorte essen.

Du darfst Plastiktüten benutzen.

Du darfst Dir noch ein Paar Schuhe kaufen.

Du darfst politikverdrossen sein.

Du darfst fluchen.

Du darfst weg laufen.

Du darfst Dich trennen.

Du darfst rumnörgeln.

Du darfst Dich im Selbstmitleid suhlen.

Du darfst scheitern.

Du darfst es besser wissen.

Du darfst keinen Bock mehr haben.

Du darfst den Stinkefinger zeigen.

Und vieles andere mehr.

 

Und warum sollst Du all das dürfen?

Du trägst es doch sowieso in Dir!

All das Aufgezählte und noch viel mehr

hast Du oder bist Du doch sowieso.

 

Und dann willst Du es bekämpfen

und es wird immer nur noch schlimmer.

Bis Dein innerer Schweinehund

Dir unentwegt in die Wade beißt

und Deine innere Zerrissenheit

Dich zerreißt.

 

Sei doch einfach wie Du bist.

Liebe Dich so, wie Du bist.

Versöhne Dich

mit all Deinen Schattenseiten.

Und hör auf zu kämpfen.

Selbst wenn Du mal eine Schlacht gewinnst,

am Ende wirst Du den Krieg verlieren.

 

Sei, wie Du bist.

Mit ALLEM.

Du darfst.

 

Kann sein,

dass dann dieses unglaubliche Wunder geschieht:

Du musst nicht mehr, was Du darfst.

 

Kann sein,

dass Dir der Stinkefinger

(den Du nicht mehr zeigen musst, weil Du es darfst),

doch noch mal rausrutscht.

Dann kannst Du ab heute drüber lächeln.

Du darfst.

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