Augenhöhe

Augenhöhe

 

Lebkuchen gibt es ja auch schon seit August.

Ach lass sie doch…

Advent, Weihnachten, Tod und Auferstehung

gibt es ja auch jeden Tag.

Na dann – können wir auch schon mal über

Schneeflocken sprechen:

 

Schneeflocke kommt vom Himmel.

Schwebt ihren Weg.

Fällt hinein in die Gemeinschaft mit anderen.

Erleuchtet in Stille die Welt.

Stirbt in Frieden

und stillt in verwandelter Seinsweise den Durst anderer.

 

Schneeflocke schwebt mit dem Himmel

aus dem Himmel,

in vollkommender Akzeptanz dessen, was ist.

 

Schneeflocke tut nichts,

will nichts, fordert nichts,

will nichts bewirken.

Schwebt in Gegenwärtigkeit

und landet in Augenhöhe.

 

Schneeflocke

fragt weder nach Herkunft noch nach Ankunft,

auch nicht nach Art und Weise

von Start, Flug und Landung.

 

Schneeflocke sucht weder Zufriedenheit noch Frieden.

Weil sie in Zufriedenheit und Frieden schwebt.

 

Sie schwebt in der Gewissheit,

dass sie nicht tiefer fallen kann,

als in Augenhöhe.

 

Du kannst bei Schneeflocke

Deinen Namen einsetzen.

Oder den von irgendjemand oder irgendetwas.

 

Du und jemand oder etwas,

Ihr kommt vom Himmel,

schwebt Euren Weg

gleitet in Gemeinschaft

und lebt und sterbt in der Augenhöhe,

die den Durst anderer stillt.

 

Und statt bei Schneeflocke

Deinen Namen einzusetzen,

könntest Du auch die Verbundenheit mit ihr spüren.

Dann spürst Du Deine Verbundenheit

mit allem und jedem.

Und dann ist jedes Urteil,

jedes Wollen und Bewirken,

jedes Rechthaben und Besserwissen

aufgehoben und aufgelöst.

Weil Du auf Augenhöhe bist.

 

Im sanft getragenen Schweben

gibt es nichts zu tun.

Nicht, weil es Dir egal wäre

oder Du zu träge wärest,

sondern weil im getragenen Schweben

alles getan ist.

 

Du, Dein Partner, Deine Kinder, Deine Eltern,

Deine Freunde, Bekannte und Kollegen,

Ihr schwebt in Augenhöhe,

in liebevoll-schneeflockiger Akzeptanz.

 

Wenn Du

in dieser schwebenden Gegenwärtigkeit lebst,

verbunden mit der großen, atmenden Stille,

lösen sich Unfrieden und Unzufriedenheit auf

und verwandeln sich in den Frieden

der Augenhöhe.

 

Dieser Frieden der Augenhöhe

gilt auch für jeden Regentropfen,

jede Wolke und jeden Wind,

jeden Gedanken und jedes Gefühl,

jede Pflanze, jedes Tier und jeden Menschen,

der Dir als nächster begegnet.

 

Im aufgelösten und versöhnten Widerstand

spürst Du mit Deinem Frieden

den Frieden des anderen.

Und darin die Freude,

die von der Liebe kommt.

 

Und in ihr das sanft getragene Schweben

mit dem, dessen Frieden höher ist

als Vernunft und Verstand

und der mit Dir auf Augenhöhe

in die Gemeinschaft gleitet,

während er Dich gleichzeitig trägt,

durch Dich die Stille leuchten lässt,

Deinen Durst stillt

und mit ihm den anderer,

sodass allein die Gegenwärtigkeit bleibt,

mit der Du in den nächsten Augenblick schwebst.

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