Herzensgüte

Herzensgüte

 

Lass uns zum Advent mal über Güte reden.

Gemeint ist nicht die Güte,

die mit Qualität und Gütesiegel zu tun hat.

 

Güte hat zu  tun

mit Sanftheit, Barmherzigkeit, Friedfertigkeit,

Behutsamkeit, Rücksichtnahme, Nachsichtigkeit und Verbundenheit,

Aber auch mit

Achtsamkeit, Mitgefühl, Fürsorge, Freundlichkeit und Wohlwollen,

Dankbarkeit, Gelassenheit, Gutherzigkeit, Gnade, Liebe und Weisheit.

 

Scheint fast so,

als könne man die Güte nur mit anderen Tugenden definieren.

 

Das Wort Güte

wird sehr selten benutzt.

Manche sparen es sich auf, um Gott zu beschreiben.

 

Gemeint ist Herzensgüte,

die jeder Mensch in der Mitte seines Herzens trägt.

 

Wenn Du einem gütigen Menschen begegnest,

geschieht in Dir dieses wunderschöne Gefühl von

Durchatmen, Erleichterung, Angstfreiheit, Schuldlosigkeit,

Gesehenwerden, Angenommensein und GeWahrWerden.

 

Unmittelbar gerätst Du in einen Zustand,

in dem Du nicht mehr bewertest, beurteilst und verurteilst.

Weder Dich, noch andere, noch Dinge oder Situationen.

Du bist in Deiner Mitte angekommen dort,

wo Deine Herzensgüte wohnt.

 

Du kannst diesen Zustand auch erreichen,

in dem Du achtsam in Dich hineinspürst.

Dann spürst Du auch Deine Mitmenschen.

 

Wenn Du einen Mitbürger triffst, der kein Deutsch lernen will

oder einen Mitbürger, der andere zwingen will Deutsch zu lernen,

wirst Du bei beiden die Angst spüren,

die Du von Dir kennst:

die Heimat zu verlieren.

 

Wenn Du Menschen triffst,

die ihre Partner, Kinder, Eltern und Freunde

beschimpfen, verurteilen und bestrafen,

weil sie unbedingt besserwissen und rechthaben müssen,

wirst Du bei ihnen die Angst spüren,

die Du von Dir kennst:

schuldig zu sein.

Wenn Du Menschen triffst,

die ihren Glauben an Gott verloren haben,

weil sie angesichts des vielen Leids die Güte Gottes vermissen,

wirst Du bei ihnen die Angst spüren,

die Du von Dir kennst:

keinen Zugang zur eigenen Herzensgüte zu finden.

 

Immer dann aber,

wenn Du gütig Deine eigenen Ängste und Schmerzen anschaust,

die Angst vor Heimatverlust, die Angst, schuldig zu sein,

die Angst, keinen Zugang zu Deiner Herzensgüte zu finden,

immer dann, wirst Du gütig sein mit den Ängsten anderer.

 

Du kannst Deine Herzensgüte nicht machen, üben oder einfordern,

aber Du kannst sie in Dir finden.

Sie ist immer da. In Deinem Herzen.

 

Herzensgüte hat nichts zu tun mit gutem Tun.

Du kannst Herzensgüte aus Dir herauslieben.

Andere damit anstecken.

Und so aus anderen herauslieben.

 

Wie das?

Indem Du DIR vergibst.

Und wenn Du Dir vergeben hast

und versöhnt mit Dir bist, mit Allem,

und Dich genauso liebst, wie Du bist,

dann hast Du wieder Zugang zu der Herzensgüte, die immer in Dir ist.

 

Mit dieser Herzensgüte

wirst Du all den Menschen vergeben,

die Angst haben, ihre Heimat zu verlieren,

die Angst haben, schuldig zu sein

und die Angst haben, keinen Zugang zu ihrer Herzensgüte zu finden.

Und wirst Dich in ihnen wiederfinden.

 

Und Du wirst Gott vergeben,

dass Er Dir zugemutet hat, seine Güte in die Welt zu bringen.

Die Herzensgüte, die Er in Dein Herz gepflanzt hat.

 

Es ist die Herzensgüte,

die in jedem Menschen, in jedem Ding und in jeder Situation

das Gütige vermutet, erkennt und herausliebt.

 

Diese Herzensgüte hat die gewaltige Kraft,

das Leid Deiner Mitmenschen mit Herzenswärme zu umhüllen:

Immer dann,

wenn Du darunter leidest, keinen Zugang zu ihr zu haben

bewirkt sie, dass Du das Leid der Menschen spürst,

die keinen Zugang zu ihr haben.

Dann liebst Du die Herzensgüte aus Dir und dem Mitmenschen heraus.

Und dann ist Advent.

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