Liebesbeziehung

Liebesbeziehung

 

„Warum überhaupt unbedingt Liebesbeziehung“

 

fragen sich Millionen Männer und Frauen

in unseren Wohlstandsgesellschaften,

bevor sie fruchtbar werden und sich vermehren.

Oder kurz danach.

 

Es gibt einen guten Grund:

in den meisten Ländern dieser Welt

ist man aufeinander angewiesen.

Und das galt bis vor wenigen Jahrzehnten

auch für die reichen Länder.

 

Aber heute?

Man kann doch auch die Kinder lieben oder die Eltern,

Freunde, Kollegen oder Haustiere.

Oder Gott lieben und ins Kloster gehen.

Oder Single bleiben und sich viele Schmerzen ersparen.

 

Besonders Frauen

(wenn sie nicht in sozialen Berufen arbeiten)

sind heute nicht mehr angewiesen,

können sich ganz unabhängig,

ihrer Karriere oder Selbstverwirklichung widmen.

(so wie es viele Männer es immer schon tun).

 

Warum aber sind immer wieder Menschen bereit,

sich auf eine Liebesbeziehung einzulassen?

Vielleicht deshalb, weil sie immer mal wieder

gute Erfahrungen gemacht haben oder erhoffen.

 

Und tatsächlich:

wirkliche Glückseligkeit

mit tiefem Vertrauen und hingebender Liebe,

bedingungsloser Akzeptanz von Andersartigkeit

und himmlischer Geborgenheit,

gibt es nur in der Liebesbeziehung.

 

Aber der Preis ist hoch:

 

Je mehr sich zwei Menschen füreinander öffnen

und je dichter die Nähe zueinander wird,

desto sicherer ist die Garantie für gegenseitige Verletzung.

Oftmals gibt es dann Dramen von Machtkampf,

Urteil, Umerziehung, Eifersucht, Hass, Gewalt,

Mord und Totschlag und einer Einsamkeit,

die schlimmer ist als die, die ein Single je erleben kann.

 

Die Partner in einer Liebesbeziehung denken,

dass das, was sie dem anderen vorwerfen das ist,

was der ihnen angetan hat.

In Wirklichkeit geben sie ihm die Schuld für das,

was sie selbst ihm angetan haben.

 

Tatsächlich aber zeigen wir dem anderen

unsere Ängste, unsere Schwächen, unsere wahren Nöte,

unsere gegenwärtigen und alten Verletzungen nicht,

weil wir Angst haben, dann verlassen zu werden.

 

Stattdessen geben wir lieber dem anderen die Schuld

oder fliehen in die nächste romantische Seligkeit

von kurzer Dauer, bis die Verletzungen wieder hoch kommen.

Dann tyrannisieren wir den nächsten Partner

mit unserer Sehnsucht nach Geliebtwerden.

 

So geht es immer wieder nur um Schmerzvermeidung:

Partner denken, der Schmerz geht nach der Trennung weg,

Single denken, der Schmerz geht in der Beziehung weg.

 

Aber ja doch, es gibt einen Weg. Der Weg heißt:

gemeinsame Entgiftung.

 

Und das ist einer von zwei wesentlichen Gründen,

die für das Einlassen auf eine Liebesbeziehung sprechen:

Zwei Menschen wollen heil werden, aneinander und miteinander.

Selbst heil werden und dem anderen helfen, heil zu werden.

 

Diese beiden Partner einer Liebesbeziehung

sagen dann zu dem anderen:

Egal, was bei Dir hoch kommt,

an alten oder derzeitigen Verletzungen

und egal, wie sehr mich das verletzt,

was da bei Dir hoch kommt und sich ausdrückt,

ich bin für Dich da.

Ich will Dich nicht mehr tyrannisieren

mit meiner Sehnsucht nach Geliebtwerden,

will nicht mehr,

dass Du so funktionierst wie ich das brauche,

will Dich nicht mehr erziehen und therapieren.

Ich bin für Dich da.

 

Und so ergibt sich automatisch

ein zweiter guter Grund für eine Liebesbeziehung:

Zwei Menschen,

die aneinander Liebe und Frieden finden und schenken,

die ihr Glück im Lieben finden, statt im Geliebtwerden,

bringen Liebe und Frieden in die Welt.

 

Den Himmel auf Erden,

der das Höllische versöhnt, statt verleugnet,

kann man nur zu zweit erleben.

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