Bewusstheit teilen

Bewusstheit teilen

 

In fast allen Kulturen und Religionen

gibt es Tage des Fastens,

im Judentum u.a. an Jom Kippur,

im Islam den Ramadan,

im Christentum die Passionszeit vor Ostern.

Menschen machen sich die Bedeutung ihrer Feste bewusst,

wollen sich auf Wesentliches besinnen,

verzichten für eine Weile auf Gewohntes,

um ihren Fokus auf Bedeutsames zu richten.

 

Der Verzicht

gehört aus entwicklungspsychologischer Sicht

zu den Erfahrungen, die eine Persönlichkeit

in besonderem Maße stärken können.

 

Menschen fast aller Kulturen und Religionen

verzichten für eine bestimmte Zeit

auf Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol oder andere Genussmittel,

manche auf die gesamte Ernährung.

 

Der Verzicht

ist eine gute Möglichkeit des Innehaltens,

der Unterbrechung des gestressten Getriebenseins

und Funktionierenmüssens.

Eine gute Möglichkeit zur Bewusstwerdung dessen,

was zählt im Leben,

dessen, was wir zutiefst wirklich wollen und sollen.

 

Stattdessen sitzen viele Menschen dösend wie Vielflieger,

Kilometerrabatte sammelnd in wackeligen Sitzen

und haben nicht einmal mehr die Sehnsucht,

dass der Himmel sich öffnen könnte.

 

Andere fühlen sich getrieben

durch perfektionistisches Funktionieren

ihre schlechten Gefühle zu kompensieren.

Und werden doch immer wieder eingeholt

von ihrer Wut, ihrer Angst, Ihrer Trauer, ihrer Scham,

ihrem Groll, ihrer Eifersucht, Ihren Schuldgefühlen

und ihrer Feindseligkeit.

 

Viele Menschen fühlen sich schicksalhaft dazu verdammt,

sich von ihren alten oder neuen schlechten Gefühlen

anleiten, beeinflussen oder in ihrem täglichen Tun und Lassen

dominieren zu lassen.

 

Wie wäre es stattdessen

in diesen Tagen des Fastens

auf Unbewusstheit und schlechte Gefühle zu verzichten?

Hier gibt es für den Verzicht

auf schlechte Gefühle und Unbewusstheit

einen unmittelbaren Zusammenhang:

 

In demselben Augenblick,

in dem wir uns unserer schlechten Gefühle

wie Mangel an Liebe, Frieden, Geborgenheit,

Zugehörigkeit, Sicherheit, Leichtigkeit und Glückseligkeit

bewusst werden,

ist die Unbewusstheit unterbrochen.

 

Und in demselben Augenblick,

in dem die Unbewusstheit unterbrochen ist,

ereignet sich Bewusstheit.

 

In demselben Augenblick

ist der Mensch nicht mehr abhängig

von Vergangenheit und Zukunft

und ist sich seiner bewusst,

in der Gegenwart.

 

In diesem Augenblick der Gegenwärtigkeit

werden sämtliche Selbstheilungskräfte

von Psyche und Seele mobilisiert

um den eigenen Frieden und den anderer,

die eigene Freiheit und die anderer, zu gestalten.

 

Die Feindseligkeit

gegen all die vermeintlichen und tatsächlichen Verursacher

unserer schlechten Gefühle

löst sich auf wie der Nebel in der

aufgehenden Frühlingssonne.

 

In dem Maße, in dem Bewusstheit und Gegenwärtigkeit

sich entwickeln und den in uns wohnenden Frieden

in den Fokus stellen,

werden wir den Standpunkt des Verursachers

unserer schlechten Gefühle einnehmen

und den des neutralen Beobachters.

Und damit die Feindseligkeit heilen.

 

Und dann bleibt nichts weiter zu tun,

als die Befreiung zu feiern.

 

Die Befreiung zur Gegenwärtigkeit,

die einen Augenblick der Bewusstheit

an den anderen reiht.

 

Die Bewusstheit

von Schönheit, Liebe und Freude,

die ihre Kraft daraus bezieht,

mit anderen geteilt werden zu wollen.

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