Demut

Demut

Puuuuh, welch ein Wort.

Da wird es einem ganz flau im Magen.

Klingt so nach Kirche, Pathos, Selbstmissachtung,

Selbstaufgabe, Gang nach Canossa, zu Kreuze kriechen.

Klingt nach Kehle hinhalten zum tödlichen Biss.

Demut

hat einen beängstigenden Gleichklang mit Demütigung.

Demütigung

geschieht immer dann,

wenn die Würde, der Selbstwert und die Selbstachtung

eines anderen verächtlich angegriffen werden.

Immer dann, wenn freier Wille und Selbstbestimmung

von Mitmenschen, Partnern, Kollegen und Kindern

gebrochen werden sollen.

Wir wollen und müssen unsere Würde bewahren,

wir wollen nicht gedemütigt werden.

Mit allem Recht der Welt.

Gleichzeitig bleibt uns nicht erspart

darüber nachzudenken,

mit welchen Techniken, Methoden und Überzeugungen,

wir selbst andere Menschen manipulieren,

entwürdigen und demütigen.

Immer dann,

wenn wir von jemandem verärgert wurden

oder wir jemanden verärgert haben,

wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt

und unsere Bedürfnisse nicht befriedigt wurden,

immer dann ist die Ursache dafür

eine schlechte oder fehlende Kommunikation.

In aller Regel reagieren wir dann

mit Projektion (Problem beim anderen abladen)

oder Introjektion (Problem des anderen vereinnahmen).

Immer dann, wenn wir agieren, um etwas zu bewirken,

wenn wir einen anderen Menschen verändern wollen,

wenn wir den anderen an seiner Selbstachtung

und Selbstbestimmung hindern,

manipulieren wir ihn.

Das ist Demütigung.

Es ist die Demütigung,

die den Raum der Demütigung schafft,

in dem wir selbst gedemütigt werden.

Jegliches Bewerten, Beurteilen, Analysieren,

Pädagogisieren, Psychologisieren, Therapieren,

in der Absicht, den anderen zu verändern

(Du könntest, Du solltest, Du müsstest),

ist Manipulation,

ist der Versuch, die unantastbare Würde zu rauben,

ist Demütigung.

Demgegenüber ist Demut

(wenn sie nicht selbsterniedrigend ist)

die eigentliche Würde des Menschen.

Es ist die Versöhnung des Narzissmus

(der eitlen Selbstverliebtheit).

Es ist die bedingungslose Wertschätzung,

mit der wir das Ich geringer schätzen als das Du

(Voraussetzung dafür ist Ich-Stärke).

Demut ist die Haltung, die den eigenen Hochmut heilt.

Ohne all unsere heilsamen und störenden Störungen

aus der Vergangenheit,

aus der Fülle der Gegenwart des Hier und Jetzt,

sind wir Liebe

(das ist mehr als gern haben).

Wir sind der Raum, in dem Liebe möglich ist.

Der Raum,

in dem nichts gefordert, verändert und manipuliert wird.

Der Raum,

in dem nichts gesteuert, beeinflusst und beherrscht wird.

Sprache, die als Herrschaftsmittel benutzt wird,

ist nicht Kommunikation.

Kommunikation (Communio = Gemeinschaft)

hegt und pflegt die Liebe, die schon da ist.

Kommunikation ist immer alles sagen,

ohne manipulativ-demütigend verändern zu wollen.

Demut praktisch ist

mit dem Herzen hören

und wirklich verstehen wollen.

Und aus dem Herzen sprechen oder schweigen.

Um zu leben, dass wir Gemeinschaft lieben.

Unter all den Rinnsalen, Bächen und Flüssen

sagt Laotse,

ist der Strom der König.

Denn der ist ganz unten.

Der vielleicht heilsamste Weg gegen das Demütigen,

ist das Demütigsein.

Dann lieben die Menschen Deine Nähe.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: