Geben ist Empfangen

Geben ist Empfangen

Eine merk-würdige Überschrift.

Wenn das wirklich so ist,

dann sind ja womöglich

alle Wenn-Dann-Mechanismen geheilt,

alle Ursache-Wirkung-Gesetze aufgehoben

und alle Gegensätze versöhnt…

Das klingt erleichternd und befreiend.

Davon träumen ist erlaubt.

Daran zweifeln auch.

„Sei doch einfach mal still“,

schrien unsere Eltern, Erzieher und Lehrer.

Und wir wissen nicht genau,

ob das ein autoritärer Rat-Schlag war,

die Selbstoffenbarung eigenen Leidens am Lärm,

ein sozialpädagogisches Anliegen

oder ein autosuggestiver Appell.

Aber wenn wir rückblickend

nicht allzu tief verletzt und zurückgewiesen sind,

weil wir in unserer expressiven Selbstverwirklichung

behindert wurden

und inzwischen im Frieden

unserer Vergebungsbereitschaft ruhen,

können wir die Erfahrung machen,

dass Dankbarkeit sich ausbreiten möchte:

es gab nie einen besseren Rat als diesen:

„Sei doch einfach mal still“.

Fast nichts

brauchen wir dringender als Stille,

um unser Geben und Empfangen zu spüren.

Und unseren Mangel von Geben und Empfangen.

Tatsächlich empfangen wir nur so viel,

wie wir glauben verdient zu haben.

Wenn wir also zu viele Rat-Schläge

und Zurückweisungen bekommen haben

so, dass wir uns nun nicht mehr

für wertvoll genug erachten

alles Glück der Welt verdient zu haben,

leben wir in einem Gefühl des Mangels.

Den geben wir dann weiter.

Und das Weitergeben von Mangel

bewirkt mangelhaftes Empfangen.

Wir könnten einfach mal stille sein (Stille sein).

Dann könnten wir den Zorn spüren,

den der Mangel hinterlassen hat.

Es ist die Wunde der zu wenig Geliebten.

Dieser berechtigte Zorn könnte,

heilsam kanalisiert,

die Kraft zur Veränderung mobilisieren:

Wir würden erkennen,

das Geben und Empfangen

(wenn es kein forderndes Nehmen ist),

ein und dasselbe ist:

Geben IST Empfangen.

Wir ernten, was wir säen.

Und zwar jetzt, sofort.

Genau in dem gleichen Maß,

in dem wir geben, empfangen wir.

ALLES, was wir geben, wird uns selbst gegeben,

im selben Augenblick.

Indem wir uns selbst hingebend verschenken

(ohne uns dabei aufzuopfern !),

beschenken wir uns selbst

mit Glücklichsein

(ganz ohne Wenn-Dann).

Glücklichmachen IST Glücklichsein.

Insofern gibt es vielleicht noch einen zweiten Rat

neben dem „Sei einfach mal still“

(und wir dürfen selbst entscheiden,

ob wir den als einen Schlag empfinden):

„Gib, was Du brauchst“.

Eltern, Erzieher und Lehrer könnten stille sein,

wenn sie Stille brauchen.

Manchmal kommt der Lärm von Kindern

aus dem lärmenden Geist von

Eltern, Erziehern und Lehrern.

In der Stille können wir in Frieden ruhen.

Und in stillem Frieden lieben.

Im liebenden Glücklichmachen

empfangen wir geliebtes Glücklichsein.

Im selben Augenblick.

Denn Geben IST Empfangen.

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