Der Müsste-Schmerz

Der Müsste-Schmerz

Bisher dachte ich manchmal,

ich müsste/könnte/sollte an meinem Körper

irgendetwas verbessern

(Reduzierung/Straffung/Vermeidung),

um mich darin wohlfühlen zu können.

Das war der Schmerz des Mangels

des Haderns und der Unzufriedenheit.

Inzwischen bin ich dankbar,

dass genau dies mein Körper ist,

den ich selbst und viele andere

genau so lieben

und dass genau in diesem Körper das Herz schlägt,

das so viel Liebe in die Welt bringen möchte.

Bisher dachte ich manchmal,

ich müsste/könnte/sollte bei Arbeit und Beruf

irgendetwas verbessern

(Weiterbildung/Beförderung/Umschulung),

um damit mehr Geld und Befriedigung

verdienen zu können.

Das war der Schmerz des Mangels

des Haderns und der Unzufriedenheit.

Inzwischen bin ich dankbar,

dass ich mich genau da wo ich bin, berufen fühle,

mit meinen einzigartigen Kompetenzen

für anvertraute Menschen da zu sein.

Bisher dachte ich

in unterschiedlichen Lebensabschnitten,

ich müsste/könnte/sollte unbedingt

in partnerschaftlicher Liebesbeziehung sein.

Oder eben gerade mal lieber nicht.

(Einzahlen, Abheben, Abwarten).

Das war jeweils der Schmerz des Mangels,

des Haderns und der Unzufriedenheit.

Inzwischen bin dankbar,

genau das zu lieben, was gerade ist

und Einsamkeit genau so lieben zu dürfen,

wie Zweisamkeit.

(weil man den Himmel auf Erden

zwar besser zu zweit, aber auch allein betreten kann).

Bisher dachte ich manchmal,

ich müsste/könnte/sollte endlich einmal

den Traum vom Schöner Wohnen realisieren,

in dem Traumhaus an dem Traumort,

mit der Garantie

für anhaltende Glückseligkeit

(Kündigung/Verabschiedung/Neuorientierung).

Das war der Schmerz des Mangels,

des Haderns und der Unzufriedenheit.

Inzwischen bin ich dankbar,

genau da zu leben, wo ich lebe.

Und das meine Bestimmung mir

für die Arbeit und die Liebe

an genau diesem Ort Erfüllung schenkt

und zwar genau so lange, bis ich umziehe.

Bisher dachte ich manchmal,

ich müsste/könnte/sollte endlich einmal

mehr Vergnügen in meinem Leben zulassen

(shopping/diving/climbing),

um neue Kräfte zu sammeln für alte Pflichten.

Das war der Schmerz des Mangels,

des Haderns und der Unzufriedenheit.

Inzwischen bin ich dankbar,

dass mir Freude wichtiger ist, als Vergnügen

(das ich mir trotzdem manchmal gern erlaube),

dankbar, dass das Leben mich lebt

und der Atem mich atmet

und dass die kleine Meise sich immer wieder

neben mich setzt, um mein Brötchen

mit ihr zu teilen.

Bisher dachte ich manchmal,

ich müsste/könnte/sollte unbedingt intensiv

an mir arbeiten, um mich weiter zu entwickeln

(Selbstreflexion/Selbsterfahrung/Beziehungsarbeit),

müsste die Vergangenheit aufarbeiten,

um klare Ziele für die Zukunft haben zu können.

Das war der Schmerz des Mangels,

des Haderns und der Unzufriedenheit.

Inzwischen bin ich dankbar,

dass ich Hier und Jetzt genau so bin,

wie ich bin.

Dankbar, dass ich immer öfter dankbar sein kann

und dass ich immer öfter das lieben kann,

was gerade ist.

Dankbar,

dass meine liebende Präsenz im Augenblick

ein Präsent ist

für jeden, der mir begegnet.

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