Freie Wahl

Freie Wahl

 

Ich gehöre zu denen, die wählen gehen.

Schon allein deswegen, weil ich froh bin, wählen zu können.

Ich will Verantwortung übernehmen.

 

Diese freie Wahl hat mit Flüchtlingen zu tun.

Und mit „Rassismus“.

Mit Menschen, die Angst haben und sich bedroht fühlen.

Auf beiden Seiten.

 

Beim Wählen darf oder muss ich mich entscheiden.

Ent – scheiden heißt:

Ich wähle das eine und das andere nicht.

Und Entscheiden hat immer zu tun mit Urteilen.

Und Urteile kommen von Angst.

 

Ich könnte sagen:

Menschen fühlen sich von Flüchtlingen bedroht,

haben Angst um ihren Arbeitsplatz,

ihren „verdienten“ Wohlstand, ihre Heimat, ihre Kultur.

Sie wollen Flüchtlinge deswegen vertreiben.

Diese Menschen zweifeln an ihrem eigenen Wert

und haben Angst.

 

Solche Menschen als „Die Ängstlichen“ zu verurteilen,

ist ein Urteil, das aus eigenem Rechthabenwollen entsteht.

Und Rechthabenwollen kommt von eigener Angst.

 

Ich könnte sagen:

Flüchtlinge fühlen sich von Menschen bedroht,

haben Angst, erneut verfolgt zu werden,

keine Heimat zu finden,

wieder zu hungern und zu dursten,

wieder vertrieben zu werden.

Diese Menschen zweifeln an ihrem eigenen Wert

und haben Angst.

 

Solche Menschen als die Ängstlichen zu verurteilen,

die weggelaufen sind, statt zu kämpfen,

ist ein Urteil, das aus Rechthabenwollen entsteht.

Und Rechthabenwollen kommt von eigener Angst.

 

Das Problem:

es gibt kein Richtig oder Falsch.

Beides braucht man nur

zum Rechthabenwollen

(immer wenn man sich bedroht fühlt).

 

Wahrheit ist das, was ist.

Urteil ist, wenn es mir nicht passt so, wie es ist.

Es gibt „zu wenig“, „genug“ oder „zu viele“ Flüchtlinge.

Und Menschen,

die sich mehr oder weniger darüber freuen

oder auch nicht.

 

Und so können wir feststellen:

Wir kriegen unsere Urteile nicht weg.

Aber wenn wir sie uns bewusst machen

und die Konsequenzen tragen wollen,

indem wir Verantwortung dafür übernehmen,

sind wir auf dem Weg der Wahrheit,

weil wir nicht mehr von Angst regiert werden.

 

Die Wahrheit ist das, was ist.

Das, was wir erleben. Nicht das, was wir glauben.

 

Und das ist das Ende des Rassismus

(es gibt übrigens keine Rassen.

Menschen haben ihre Hautfarbe

den klimatischen Bedingungen angepasst):

 

Ich behandele Menschen

(scheinbar Mutige und scheinbar Ängstliche)

als die, die sie sind und nicht als die,

die sie meiner Überzeugung nach sind.

 

Nicht mehr urteilen heißt

WIR – statt Die und Ich.

Daraus folgt:

Es ist genug für alle da.

Wenn ich jemandem etwas wegnehme,

gibt es auch für mich nicht mehr genug.

Wenn ich jemandem etwas gebe,

gibt es auch für mich genug.

 

Und so umwerfend wunderbar funktioniert das Leben:

Alle die, die ich ablehne, gehören zu mir.

Und alle die, die mich ablehnen, zu denen gehöre ich.

 

Ich habe einen Traum:

Eines Tages beten wir alle in einem Gotteshaus.

Die einen freitags, die anderen samstags,

die dritten sonntags.

Wir tragen Seitenscheitel, Mittelscheitel,

Zopf oder Glatze.

Wir tragen Flipflops, Pumps, Socken oder Springerstiefel.

Wir gehören alle zusammen.

 

Man kann das spüren bei Politikern,

ob sie von Angst regiert werden

oder ob sie solch einen oder einen ähnlichen Traum träumen.

Einen von denen werde ich wählen.

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