Archive | Juli 2016

Friedensglück

Friedensglück

 

Ja, wir haben ganz eindeutig ein Recht darauf,

glücklich zu sein.

Kann sein,

dass das unsere einzig wahre Bestimmung ist,

glücklich zu sein.

Kann sogar sein,

dass das der Wille Gottes für unser Leben ist,

glücklich zu sein.

 

Wahrscheinlich spüren wir das intuitiv.

Und wahrscheinlich wissen wir auch intuitiv,

dass wir einen Anteil Eigenverantwortung dafür haben,

glücklich zu sein.

 

Und deswegen tun wir eine ganze Menge dafür:

 

Wir vergewissern uns,

dass wir tief im Herzen, gute Menschen sind,

die gute Partnerschaften und Beziehungen

pflegen wollen,

die humane Werte vertreten

und sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzen.

Wir versuchen zuverlässig und engagiert

einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen.

Und wir sind dankbar für all das Schöne,

das uns das Leben bietet.

 

Und manchmal kaufen wir uns eine schöne Blume,

um uns daran zu erfreuen.

 

All das ist gut so, wie es ist.

 

Und dann merken wir eines Tages,

dass es noch viel schöner wäre,

mehr von alledem zu haben:

 

Wir sparen für ein größeres Auto und den Urlaub,

arbeiten ein paar Stunden länger,

suchen Fürsorglichkeit im neuen Ehrenamt,

erweitern den Freundeskreis,

sehnen uns nach neuem Verlieben,

meditieren häufiger und länger,

verstärken die Wellnessübungen

und kaufen uns noch ein paar schöne Blumen,

um uns daran zu erfreuen.

 

Manche von uns fallen bei der Intensivierung

eigenverantwortlichen Glücklichseins

in Abhängigkeiten mit Suchttendenzen.

Andere verfallen in Resignation:

die Flugzeuge im Bauch sind gelandet,

Leistungsstress macht krank,

das Geld ist auch nach der Gehaltserhöhung zu knapp,

der Körper zerfällt,

die Werte verfallen

angesichts zunehmender Fremdenangst,

Erleuchtung lässt sich nicht erzwingen

und die Blumen verwelken.

 

Und so lassen sich manche Menschen nicht mehr

auf Beziehungen ein,

verabschieden sich von ihren beruflichen Visionen

und kaufen sich keine Blumen mehr.

 

Aber ja, es ist gut, unser Glück eigenverantwortlich

zu planen und zu realisieren.

 

Und es gibt einen Weg, auf dem wir unser Glück

nicht wie Sand empfinden,

der zwischen den Fingern zerrinnt:

 

Wir können alles, was uns begegnet

  • Menschen, Situationen und Blumen –

in dem Bewusstsein erleben und erfahren,

dass sie alle keinen ewigen Bestand haben,

dass in jeder Begegnung der Abschied steckt

und dass nach jedem Abschied ein Neubeginn kommt.

 

Dieses abschiedliche Denken und Fühlen

zwingt uns in die Hingabe an den Augenblick.

 

Der Augenblick, der nicht installiert werden kann.

Weil er mir begegnet und einfach geschieht.

 

Wenn wir Glück, Liebe, Vision und Frieden

erzwingen wollen, verlieren wir sie.

 

Wenn wir uns zu 100%

an den Augenblick hingeben,

finden wir Glück, Liebe, Vision und Frieden.

 

Einen Frieden,

der höher und tiefer ist als Glück,

weil er mit Daseinsfreude und Lebenslust zu tun hat.

 

Wenn wir für einen Augenblick,

ganz ohne Nachdenken und mit ganzem Herzen,

in bedingungsloser Akzeptanz inne halten,

vor dem einen Menschen, der einen Situation

und der einen Blume,

erfahren wir das Glück des Friedens.

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Mal wieder erleichtert

Mal wieder erleichtert

 

zurücklehnen, durchatmen und neu beginnen.

 

Ein Tagesseminar für Konfliktlösung

und ein selbst gestaltetes, friedvolles Zusammensein.

 

Ein Seminar

für sozialpädagogische Einrichtungen (550,-€/Tag)

und Einzelpersonen (100,-€/Tag).

Termine nach Vereinbarung.

 

Ein Seminar für den Umgang mit Kindern,

die immer wieder Probleme haben und machen

und für die Entknotung eigener Konflikte

mit Kindern und Erwachsenen.

 

 

Wir Menschen,

ob wir nun 3 Jahre alt sind oder 5, 30 Jahre oder 50,

leiden immer wieder unter Konflikten

mit uns selbst oder mit anderen.

 

Dabei gibt es manchmal emotionale Schmerzen,

die so wehtun können,

dass wir uns selbst oder anderen Schaden zufügen möchten.

 

Oft haben diese Schmerzen damit zu tun,

dass unsere Erwartungen nicht erfüllt,

unsere Bedürfnisse nicht befriedigt

oder ganz bestimmte Situationen

mit Urteil, Angst, Trennung, Verlust,

Schuldgefühl, Liebesentzug oder Sinnlosigkeit erlebt werden

und die uns in momentane oder andauernde

Verzweiflung treiben können.

 

Für solche und andere Fälle haben wir

bereits früh in der Kindheit erlernte Konfliktlösungsstrategien:

 

Wir ordnen uns unter und erleben uns als hilfloses Opfer.

Wir suchen uns Helfer und Retter

und delegieren die Lösung des Konfliktes.

Wir fressen alles in uns hinein, ziehen uns zurück,

beenden den Kontakt und laufen weg.

Wir werden wütend, bedrohen den Konfliktpartner,

greifen ihn an oder versuchen ihn zu vernichten.

 

Oder wir suchen den Kompromiss

und streben eine win-win-Lösung an.

 

Es scheint so,

als sei zumindest die letzte beschriebene Strategie eine,

die emotionales Wohlbefinden für beide

und einen erfolgreichen Weg zum Frieden beschreiben würde.

 

Bleibt nur die Frage,

ob wir es uns leisten können,

uns von dem guten Willen des Konfliktpartners

abhängig zu machen,

auf den wir angewiesen sein würden,

wenn wir gemeinsam eine Lösung finden wollen,

die allen Beteiligten dient.

 

Kinder erleben schmerzhaft

den Unterschied zwischen Wollen und Nichtkönnen,

die Angst vor Urteil, Trennung und Verlust,

das Schuldgefühl, nicht gut genug zu sein

und deswegen nicht genügend geliebt zu werden.

 

Erwachsene erleben schmerzhaft

den Unterschied zwischen Wollen und Nichtkönnen,

die Angst vor Urteil, Trennung und Verlust,

das Schuldgefühl, nicht gut genug zu sein

und deswegen nicht genügend geliebt zu werden.

 

Und dann verknüpfen Kinder und Erwachsene

die augenblickliche Situation

mit Erfahrungen aus der Vergangenheit

und Befürchtungen für die Zukunft:

 

Weil ich hier und da versagt habe,

werde ich wieder scheitern.

Weil ich verurteilt und verlassen wurde,

werde ich wieder allein sein.

Weil ich oft genug nicht geliebt wurde so, wie ich bin,

werde ich auch in Zukunft Liebe nicht verdient haben.

 

Was tun?

Wir dürfen erkennen,

dass all diese Bewertungen

unsere eigenen Gedanken sind.

Es sind nicht allein die Situationen,

die konfliktbeladen, tragisch und verletzend sind.

Oftmals sind es vor allem unsere Bewertungen

dieser Situationen.

 

Indem wir Vergangenheit und Zukunft loslassen,

finden wir die Gegenwart,

in der die Knoten sich lösen.

Da gestalten wir ein friedvolles Zusammensein

und dürfen neu beginnen.

 

Wie das geht, erleben wir bei diesem Seminar.

Wie ich uns liebe

Wie ich uns liebe

 

Ich will meine Augen nicht verschließen

vor Dir und Deinen Sorgen, Ängsten und Schmerzen.

Aber ich will sie für eine Weile schließen,

wenn mir all das von da draußen zu viel wird

und ich und unser Wir verloren zu gehen drohen.

Dann will ich lieber erst einmal

in mein eigenes Herz hineinschauen.

Dann will ich,

dass mein leidenschaftliches Mitgefühl

und meine heiter-gelassene Selbstfürsorge,

sich im strahlenden Leuchten

meiner eigenen Augen ausdrücken

und sich dann zu Dir hinwenden möchten.

Dann will ich diesen Augenblick,

in dem Deine Augen mich erblicken

und ich aus tiefstem Herzen sagen kann,

dass ich Dich sehe,

Dich wirklich sehe

und nicht mich in Dir.

 

Ich will meine Ohren nicht verschließen

vor Dir und all dem,

was Du mitteilen und teilen möchtest.

Ich will das Gehörte und Gespürte

in Ruhe und Frieden wirken lassen,

im Herzen, dem Ort zwischen den Ohren.

Ich will dann lieber nachfragen, als antworten.

Ich will Dich ganz hören,

auch zwischen den Worten,

Dich ganz hören,

statt mich in Deinen Worten.

Ich will Dich in diesem einen Ohrenblick

ganz hören,

ohne Vergangenheit und Zukunft,

ohne Wertung und Urteil.

Und will aus tiefstem Herzen sagen können:

Ich höre Dich.

 

Ich will meinen Mund nicht verschließen vor Dir

mit all dem, was mich an meiner

Aufrichtigkeit hindern möchte.

In wertschätzender Achtsamkeit

will ich das Risiko eingehen,

dass alles Gesagte für immer in der Welt ist.

Mir ist bewusst,

dass ich meine Selbstoffenbarungen

und meine Rückmeldungen sehr oft nicht

in liebevoller Wertschätzung kommuniziere.

Aber ganz sicher weiß ich auch,

dass mein Schweigen dem Kontaktabbruch dient

und unsere Verbundenheit unterbricht.

Ich will meinen Mund nicht zu voll nehmen,

aber wenn sich Dir, mir oder uns

jemand in den Weg stellen möchte,

werde ich ihn vollmundig bitten,

seinen eigenen Weg zu gehen.

Ich will teilen, was ich denke und fühle,

damit ich aus tiefstem Herzen sagen kann:

Ich schenke mich Dir.

 

Ich will meine Nase nicht verschließen vor Dir,

nachdem ich entdeckt habe,

wie gut ich Dich riechen kann.

Aber ich will meine Nase

nicht in alles reinstecken.

Die meisten unserer Angelegenheiten

sind unsere eigenen Angelegenheiten.

Aber ich will meine Nase überall da reinstecken,

wo etwas oder jemand sich gewürdigt fühlt,

seinen eigenen Atem zu atmen

und sich durch mein achtsames Schnuppern ermutigt fühlt,

seine betörenden Düfte zu teilen.

Damit ich aus tiefstem Herzen sagen kann:

Ich erkenne Dich.

 

Ich will meine schweißtreibenden Poren

nicht verschließen vor Dir

und unserer gemeinsamen Angst vor der Liebe,

die immer dann auftaucht,

wenn wir uns einbilden,

die Liebe nicht verdient zu haben.

Stattdessen soll jede einzelne Pore geöffnet sein

für das liebliche Gefühl

des Berührens und Berührtwerdens.

Ich will Dich so umarmen, dass Du weiter atmen kannst.

Dich sanft halten, statt festhalten.

Will Dich so drücken,

dass Du Dich nicht erdrückt fühlst

und Dir nahe sein, ohne in Dich zu drängen.

 

So geschieht dann manchmal,

ganz ohne dass wir uns berühren,

dass das Berühren unserer Seelen

sich auf der Haut anfühlt,

wie ein warmer Sommerwind.

Und in der Haltung gegenseitigen Ergänzens

erwächst die Bewusstheit der jeweiligen

Vollständigkeit.

 

Dann weiß ich wieder, wie ich uns liebe,

als Du, Ich und Wir.