Verbundenheit

Verbundenheit

Ist es Dir auch schon aufgefallen?

Dies ist ein neuer Tag.

Ein ganz neuer Tag.

Ich frage mich gerade,

was das Thema dieses Tages ist.

Und sein Sinn.

November. Ein Herbsttag.

Wolkenloser Himmel,

strahlende Sonne,

20 Grad im Schatten.

Ich höre es summen.

Meine kleine Freundin, die Hummel,

die sich im Frühling immer so rührend

um meinen Apfelbaum kümmert,

setzt sich zu mir auf den Schreibtisch,

in die Sonne und putzt sich.

Ich frage mich,

ob sie wohl ein wenig verwirrt ist,

meine kleine Freundin,

angesichts dieses warmen Herbsttages.

War sie nicht schon längst

in ihrem Winterquartier,

bei ihrer Familie und ihren Kolleginnen,

um sich gegenseitig

ihre wärmenden Pelzchen zu ordnen?

Fragt sie sich vielleicht,

wohin und zu wem sie jetzt fliegen

und was sie tun und sagen soll,

angesichts dieses unerwartet warmen, neuen Tages?

Im Frühling

sprachen wir noch miteinander

und wir waren uns einig,

dass unsere Verbundenheit miteinander

und die mit unseren jeweiligen Familien,

Freunden und Kollegen,

uns froh sein lässt,

uns wärmt

und unserem Leben Sinn gibt.

Wir haben ein wenig philosophiert

und haben unsere Dankbarkeit

zu drei Begriffen verdichtet,

die unser Wohlbefinden ausmachen:

Zugehörigkeit, Sicherheit und Verbundenheit.

Und nun?

Für diesen Augenblick

haben wir beide, die Hummel und ich,

Zugehörigkeit, Sicherheit und Verbundenheit

bei Familien, Freunden und Kollegen

losgelassen,

um sie in unserer Zweisamkeit zu erleben.

„Ich muss gleich wieder los“,

sagt die Hummel,

„dann wird es in aller Verbundenheit

auch Angst geben und Traurigkeit.

Aber wenn wir unsere Angst

und unsere Traurigkeit lieb gewinnen,

werden wir in uns selbst

die Verbundenheit finden,

die wir dann zu denen tragen können,

denen wir verpflichtet sind,

in der Liebe und in der Arbeit.

Das wird so sein,

als würden wir nach Hause kommen.

Die Verbundenheit

IST unser Zuhause.“

Da hat sich so ein warmes Gefühl

breit gemacht,

bei meiner Freundin, der Hummel

und bei mir:

es ist die Verbundenheit in unseren Herzen,

die mit Fremden

und die mit Freunden

und die mit den Geliebten

und vor allem die mit uns selbst,

die diesem neuen Tag seinen Sinn gibt.

Und bevor sie los geflogen ist,

meine geliebte Hummel,

hat sie noch einmal

das Pelzchen in die Sonne gehalten,

hat mit den Vorderfüßen das Gesichtchen geputzt

mir mit dem einen Auge zugezwinkert

und gesagt:

„Ich tanke gerade warme Verbundenheit.

Bitte frag mich jetzt bloß nicht

nach dem Sinn des Lebens!“

Augenhöhe

Augenhöhe

Unser ganzes Leben

wird in Beziehungen erlebt und erfahren.

Jede Begegnung ist ein Geschenk,

die schönen und die weniger schönen.

Jede Begegnung ist Nahrung,

für die Stärkung unseres wahren Selbst.

Wir werden am Du zum Ich (Martin Buber).

Wenn unsere Herzen geöffnet sind,

erleben wir das Leben wie einen Tanz,

zwischen Nähe und Distanz.

Mit geöffneten Herzen

nähren sich bei jeder Begegnung

Akzeptanz, Empathie, Authentizität und Humor.

Aus der unbedingten Wertschätzung

wächst die Liebe mit der Gewissheit,

dass es gut so ist, wie es jetzt gerade ist.

Aus dem Einfühlungsvermögen

wachsen Heilung, Vergebung und Mitgefühl

für sich selbst und den anderen.

Aus der Echtheit

wächst eine Kommunikation, bei der die Wahrheit

auch in der liebevollen Stille des Schweigens erlebt wird.

Aus dem Humor

wächst die Einsicht,

dass bei jedem Ego-Herz-Schmerz

ein klein wenig verbrannt wird von dem

Rechthaben und dem Besserwissen,

mit denen die Mitte des Herzens verklebt ist.

Jede Beziehung hat drei Anteile:

Das ICH, das DU und das WIR.

Das gilt für Beziehungen mit

Eltern, Kindern, Verwandten, Freunden, Kollegen,

Liebesgefährten und potentiellen Liebesgefährten,

die an der Tür klopfend um Einlass bitten,

um ein Geschenk zu bringen.

Das ICH,

das alle seine alten Verletzungen

sich selbst und dem anderen vergibt,

ist im selben Augenblick

in der Mitte seines Herzens

und strahlt den anderen an.

Das DU,

das alle seine alten Verletzungen

sich selbst und dem anderen vergibt,

ist im selben Augenblick

in der Mitte seines Herzens

und strahlt den anderen an.

In demselben Augenblick

ist aus ICH und DU ein WIR geworden.

Da geschehen

Akzeptanz, Empathie, Authentizität und Humor.

Wir Väter, Mütter, Kinder, Freunde und Partner

brauchen einander nicht, um komplett zu werden.

Wir sind ohne den anderen vollkommen.

Wir haben das selbstzerstörerische

Werten, Urteilen, Rechthaben, Besserwissen,

Schuldzuweisen, Angsthaben und Fordern

durchschaut.

Wir machen den anderen nicht verantwortlich

für unser Glück und unseren Frieden.

Wir finden Glück und Frieden

in der Mitte unserer Herzen,

von wo die Liebe strahlen und sich ausdehnen will,

hin zum anderen.

Die Liebe will keine Bedingungen,

sie muss frei sein, um sich ausdehnen zu können.

Und wir wissen gemeinsam,

dass wir manchmal Angst haben vor der Liebe,

als hätten wir sie nicht verdient.

Dabei „müssen“ wir sie nur hereinlassen,

wenn sie anklopft.

Dann füllt sie das ganze Haus.

Eltern, Kinder, Freunde, Kollegen und Geliebte,

wir sind nicht besser oder schlechter, mehr oder weniger.

DU und ICH

WIR sind auf Augenhöhe.

Wenn wir sie einmal herein gelassen haben, die Liebe,

müssen wir nichts mehr tun oder lassen.

Wenn wir einander mit offenen Herzen berühren

und uns auf Augenhöhe in die Augen schauen,

kann das Wunder geschehen,

dass unsere Tränen der Angst

sich im Fließen

zu Tränen glückseliger Liebe verwandeln.

Aufbruch

Aufbruch

Wir ganz normalen Menschen sehnen uns nach

Zugehörigkeit, Sicherheit und Akzeptanz.

Nur so fühlen wir uns wohl.

Und wenn unsere

Zugehörigkeit, Sicherheit und Akzeptanz

bedroht werden, bekommen wir Angst.

Das ist sehr menschlich.

Es kommen immer mehr „fremde“ Menschen

in „unser“ Land.

Und es gibt immer mehr Menschen,

die davor Angst haben.

Fremde Menschen,

die ihre zerbombten Häuser verlassen haben

und ihre Heimat

und die keine Zeit mehr hatten,

ihre ermordeten Angehörigen zu beerdigen.

Menschen in Gefangenschaft endloser Bedrohung.

Menschen mit Durst, Hunger und Todesangst.

Menschen voller Sorge um eine ungewisse Zukunft.

Aber gleichzeitig voller Hoffnung, Kraft und Mut

für den Aufbruch in ein neues, lebenswertes Leben.

Mal eine ganz andere Frage:

Könnte es sein,

dass es nicht nur Angst ist,

die die Fremdenfeindlichkeit befördert?

Sondern auch Neid?

Ich sehe in die Augen von Flüchtlingsgegnern

und lese darin Hass und Angst,

auch die Angst vor der Gefangenschaft

endloser Bedrohung.

Und ich lese darin die Sehnsucht nach

Zugehörigkeit, Sicherheit, Akzeptanz

und Heimat.

Den Hunger und den Durst der Seele

nach Leben, Liebe und Geborgenheit.

Das Fehlen der Hoffnung, der Kraft und des Mutes,

für den Aufbruch in ein neues, lebenswertes Leben.

Könnte es auch Neid sein?

Um ein Missverständnis auszuschließen:

verbale und physische Gewalt

bei Flüchtlingen und Flüchtlingsgegnern,

muss erkannt, benannt, verfolgt und verurteilt werden.

Damit das Zusammenleben gelingen kann.

Aber es steht uns nicht zu,

den Menschen hinter der Gewalttat zu verurteilen.

Das ist der Mensch,

mit der Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit

und mit der Hoffnung auf Kraft und Mut

für den Aufbruch in ein neues, lebenswertes Leben.

Bei Flüchtlingen und Flüchtlingsgegnern.

Was tun?

Menschen wollen weder bekehrt noch verurteilt werden.

Reden hilft meistens nicht.

Aber ich habe eine Vision:

eines Tages werden auf dem Gebiet,

das früher einmal Deutschland hieß,

160 Millionen Menschen leben.

Übergangsweise wurden Moscheen und Synagogen

neben Kirchen errichtet.

Später gab es gemeinsame Gebetshäuser.

Die Menschen erkannten den Christus

in Jesus, Mohammed und Jahve.

Und fanden

Zugehörigkeit, Sicherheit, Akzeptanz und Heimat

im Zusammensein,

im Geben und Empfangen

von Liebe und Geborgenheit.

Der gemeinsame Aufbruch in ein neues Leben.

Ich gebe zu:

diese wunderbare Vision

macht mir auch Sorge und Angst.

Vielleicht geht es so:

Ich behalte diese Vision für mich.

Dann gehe ich mit der Sorge und der Angst

zu den Flüchtlingen und Flüchtlingsgegnern

und teile sie mit ihnen.

So sitzen wir gemeinsam in einem Boot,

die Flüchtlinge, die Flüchtlingsgegner und ich.

Wir geben uns gegenseitig

Verstehen, Offenheit und Zuneigung.

Dazu Hoffnung, Kraft und Mut für alles Gemeinsame.

Kann gut sein, dass dann das Wunder geschieht:

das für uns alle

das Aufbrechen ein Ankommen ist.

Freude

Freude

Wir Menschen sehnen uns so sehr nach Freude.

Stattdessen quälen wir uns mit Sorgen.

Und um den Schmerz der Sorgen erträglicher zu machen,

suchen wir das Vergnügen,

hoffen auf Freude im Vergnügen.

Dann wollen wir die Freude suchen, finden, einfordern,

erzwingen, vereinnahmen, gefangen nehmen

und festhalten.

Und dann versteckt sie sich wieder.

Das ist wie mit der Liebe und der Verbundenheit.

Die lassen sich auch nicht erzwingen und festhalten.

Auch die Freude

will einfach nur wahrgenommen werden.

Manchmal stecken wir sehr viel Energie

in das Vergnügen.

Alles soll Spaß machen,

der Beruf, die Beziehung, die Erziehung, die Wohnung,

der Urlaub, das Hobby, die Freizeit.

All das, um für Augenblicke Freude zu erleben

und die Sorgen nicht zu spüren.

Oftmals ist es so, dass die Gestaltung des Vergnügens

der Freude keinen Platz mehr lässt

oder sie sogar vertreibt.

Und dennoch:

wir können die Freude erleben und erfahren,

auch in der Sorge

und sogar im Vergnügen.

Wir können stundenlang vergnüglich telefonieren

und dann ist es dieses eine Wort,

das unsere Seele ganz tief berührt.

Wir können stundenlang vergnüglich arbeiten

und dann ist es diese eine Begegnung,

die unsere Seele ganz tief berührt.

Wir können stundenlang vergnüglich zärtlich sein

und dann ist es diese eine Berührung,

die unsere Seele ganz tief berührt.

Es sind diese stillen Augenblicke des Erschauderns,

wenn unsere Seele erzittert

von der Erschütterung der zarten Berührung.

Diese Augenblicke der Verbundenheit,

wenn die Zeit stehen bleibt

und uns vollkommene Gegenwart schenkt.

So etwas können wir nicht planen und gestalten

oder mit möglichst viel Vergnügen erzwingen.

Freude durch Vergnügen erzwingen zu wollen,

führt eher zu Vergnügungssucht.

Und dann wird es mit der Wahrnehmung der Freude

immer schwieriger.

Was tun?

Es gibt nichts zu tun oder zu lassen.

Es genügt eine ganz kleine Bereitschaft:

Ich bin jetzt da.

Bin bereit inne zu halten, zu hören und zu spüren.

Und dann fühlt es sich an, als würde die Freude

still und glückselig, flüsternd antworten:

Ich bin doch schon da.

Du musst mich nicht einladen,

weder zum Empfangen, noch zum Verschenken.

Du darfst in Dein offenes Herz

hineinhören und hineinspüren.

Du hast mich längst schon

zum Verschenken empfangen.

Ich bin die Liebe und die Verbundenheit.

Ich bin das Wort, die Begegnung, die Berührung.

Aber die Freude bleibt stille, antwortet nicht, sagt nichts.

Denn der Mensch,

der diese ganz kleine Bereitschaft hat,

Freude zu empfangen und zu verschenken,

der ist so sehr selbst diese Freude,

dass er keine Antwort braucht,

weil es die Frage „Wo bist Du Freude“ gar nicht gibt.

Beim Innehalten findet der Mensch

in dem gespürten, scheinbar geflüsterten „Da bin ich“

in der Mitte seines Herzens

sich selbst.

Der Mensch der erkennt, dass er die Freude

weder empfangen noch verschenken muss,

erfährt sich selbst in Liebe und Verbundenheit.

Der Mensch, der sich durch Innehalten,

Hören und Spüren

der Liebe und Verbundenheit bewusst ist,

erkennt, dass er die Freude ist.

Und verschenkt sich.

Frühlingsgefühle

Frühlingsgefühle

Immer wieder mal alles grau und trüb.

Wolken, Regen, Schnupfen.

Herbst.

Morgens und abends dunkel.

Die Blätter fallen,

nichts Besonderes im Fernseher,

die Zugvögel hauen ab.

Personalmangel.

Und Du hast auch die Nase voll.

Dazu noch:

überall schwierige Beziehungen

und Schwierigkeiten in Beziehungen,

mit Kollegen, Nachbarn, Freunden, Verwandten

und Partnern.

Jemand hat Dich mal wieder verärgert,

hat Deine Erwartungen nicht erfüllt

und Deine Bedürfnisse nicht befriedigt.

Du hast mal wieder jemanden verärgert,

hast seine Erwartungen nicht erfüllt

und seine Bedürfnisse nicht befriedigt.

Du hast mal wieder Dich selbst verärgert,

hast Deine Erwartungen nicht erfüllt

und Deine Bedürfnisse nicht befriedigt.

Und das weißt Du ja:

immer wenn Du verärgert wirst, jemanden verärgerst

oder Dich selbst verärgerst,

hast Du herbstlich kommuniziert:

grau, trüb, verschnupft und unaufrichtig.

Weil Du die Nase voll hast.

Und weil Du kein Zugvogel bist.

Manchmal denkst Du,

es sei gerade überall schattig, so viele Baustellen.

Besonders in Liebesbeziehungen.

Der Schmerz der Nähe.

Dabei hat alles so schön begonnen, stimmt`s ?

Die Einsamkeit war endlich geheilt.

Endlich der, der zuhört, bis er Dich versteht.

Endlich einer für dick und dünn und immer.

Manchmal sogar Glückseligkeit.

Und dann das:

Erwartungen nicht erfüllt,

Bedürfnisse nicht befriedigt,

Verletzungen, Vorwürfe, Urteile, Angst.

Abgründe. Einsamkeit. Desillusionierung.

„Augen auf bei der Berufswahl“,

hörst Du oft in diesen betrübten Herbsttagen.

Augen auf bei der Bundestagswahl,

bei der Wahl der Freunde, bei der Partnerwahl.

Aber das weißt Du ja auch längst,

bei Deiner Lebenserfahrung: es wird ja nicht besser.

Schlimmer geht immer.

Wenn Du keine Lust hast in Abgründe zu schauen,

kauf Dir 1000 Konservendosen und sperre Dich ein.

Oder Du probierst mal etwas Neues,

sagst statt „Augen auf bei der Partnerwahl“ :

Herz auf für die Partnerwahl.

Sei doch mal ver-rückt und stell Dir vor:

Deine Seele hat richtig gewählt !

Inklusive aller Verletzungen, Vorwürfe, Urteile, Ängste,

Abgründe, Einsamkeiten und Desillusionierungen.

Du musst einfach nur aufhören,

Dich für Deinen Partner

(Nachbarn, Freund, Kollegen, Verwandten)

verantwortlich zu fühlen.

Darfst endlich aufhören, ihn zu verändern,

zu therapieren, zu bemuttern, zu belehren, zu heilen.

Misch Dich nicht ein und lass ihn in Ruhe.

Da fallen gerade ein paar Blätter,

damit neue wachsen können.

Er findet seinen Weg !!!

Vielleicht auch hin zu Dir

(wenn nicht, dann nicht).

Vielleicht summst Du ganz leise

die Melodie seines Herzens,

(falls er sie vergessen hat).

Alte Seelenblätter müssen fallen.

Das tut ein bisschen weh

an den Stellen, wo neue wachsen wollen.

Ihr seid keine Zugvögel.

Ihr seid die, die die Wolken genauso lieben

wie die Sonne, die immer wieder durchbricht,

den Herbst genauso wie den Frühling.

Herz auf für die Partnerwahl.

Spür mal die Frühlingsgefühle.

Süßer Liebeskummer

Süßer Liebeskummer

Menschen erleben und erleiden Abschiede.

Eltern und Kinder verabschieden sich voneinander,

wenn die Zeit des Zusammenlebens vorüber ist.

Menschen in sozialen Berufen verabschieden sich voneinander,

wenn die Zeit der Begleitung vorüber ist.

Liebespartner verabschieden sich voneinander,

wenn die Zeit der Beziehung vorüber ist.

Angehörige und Sterbende verabschieden sich voneinander,

wenn die Zeit des Zusammenseins auf der Erde vorüber ist.

Immer dann gibt es Liebeskummer.

Liebeskummer heißt:

Jetzt ist mein Glück vorüber, weil ich Dich verloren habe

und weil Du mich jetzt nicht mehr beschenken kannst.

Wir nehmen einmal an,

Liebesglück ist so etwas wie

Verstehen, Vertrauen, Versorgen, Vergeben und Verbinden.

Dann wäre Liebeskummer ungefähr dies:

„Das alles hast Du mir geschenkt:

Verstehen, Vertrauen, Versorgen, Vergeben und Verbinden.

Und davon meistens viel zu wenig.

Und jetzt hörst Du ganz damit auf.

Du hattest meinen Mangel von all dem,

so oft und so wunderbar aufgefüllt.

Es war, als hätten sich Deine Geschenke

in meiner Hand so vermehrt, dass

ich Dir immer wieder einen Teil davon zurückgeben konnte.

Nun bist Du gegangen,

Du Vater, Du Mutter, Du Kind, Du Anvertrauter,

Du Liebespartner, Du Verstorbener.

Ich leide sehr unter dem Liebeskummer,

nun von Dir das nicht mehr zu bekommen,

das mich so glücklich gemacht hat:

Dein Verstehen, Dein Vertrauen, Dein Versorgen,

Dein Vergeben und Dein Verbinden.

Es ist ein brennender Schmerz,

als würde mein Herz verbrennen.“

Menschen, die einen solchen Schmerz erlebt haben,

ohne ihn zu leugnen, sich von ihm abzulenken

oder das Verlorene möglichst schnell zu ersetzen,

erfahren manchmal im Schmerz ihrer Einsamkeit

den Segen des Alleinseins (Alle – eins – sein).

Sie fühlen sich auf sich selbst zurückgeführt.

Und beginnen endlich,

Glück und Liebe in sich selbst zu suchen und zu finden,

indem sie beginnen,

sich selbst zu verstehen, sich selbst zu vertrauen,

sich selbst zu versorgen, sich selbst zu vergeben

und sich mit sich selbst und der Liebe in sich, zu verbinden.

Solche Menschen erkennen dann,

dass der Liebeskummer ein Ego-Wahn war.

Und dass der brennende Schmerz

das heilsame Zeichen dafür war,

dass der Ego-Wahn verbrennen wollte, Schritt für Schritt.

Menschen, die bereit sind

(und nur eine kleine Bereitschaft genügt),

sich dem Verbrennen des Ego-Wahns zu stellen

und den Schmerz anzunehmen,

finden so viel Glück und Liebe in sich,

dass sie nicht anders können,

als Glück und Liebe weiter zu verschenken.

Solche Menschen,

Eltern, Kinder, Anvertraute, Liebespartner

und Angehörige von Verstorbenen,

machen manchmal die wundersame Erfahrung,

dass sich in ihnen ein ganz anderer,

ein süßer Liebeskummer einstellt und entwickelt:

Nun, da Du gegangen bist,

kann ich Dich nicht mehr beschenken, mit meinem

Verstehen, Vertrauen, Versorgen, Vergeben und Verbinden.

Das macht mir Kummer und tut sehr weh.

Aber ich bin gewiss, dass für Dich das Gleiche gilt, wie für mich:

Du wirst Liebe und Glück in Dir und Deinem Herzen finden

und nicht mehr außerhalb von Dir suchen.

Du wirst so viel davon in Dir finden,

dass Du es verschenken musst, damit Dein Herz nicht platzt.

Er ist hinreißend, dieser süße Liebeskummer,

Dich nicht mehr hinreichend beschenken zu können,

mit meinem Glück und mit meiner Liebe

(wohl wissend, dass Du hinreichend hinreißend bist,

durch das Glück und die Liebe, die Du in Dir findest,

ohne mich dafür zu brauchen).

Kann sein, dass ich Dich wieder beschenken werde,

Du vermeintlich Verlorene, Du vermeintlich Verlorener.

Ganz sicher aber – neben Dir – auch andere.

Tun oder Sein

Tun oder Sein

Warum nur, fragen wir uns manchmal,

tut denn die Liebe so oft so weh?

Die Antwort auf diese Frage: falsche Frage.

Richtige Frage:

Warum nur, tut denn die Beziehung

(zu Eltern, Kindern, Partnern) so oft so weh?

Antwort:

Weil da keine Liebe ist, wenn es weh tut.

Die Liebe tut nicht weh!

Kann sie gar nicht.

(sonst würde ja auch Gott, der die Liebe ist,

uns wehtun können oder wollen.

Kann er nicht und will er nicht).

Mit dieser falschen Frage

degradieren wir die Liebe zu einer Tätigkeit.

Dann wollen wir Liebe tun oder getan bekommen.

Die Liebe ist keine Tätigkeit.

Wenn wir also viele alte Wunden

aus Beziehungen haben

(Zurückweisung, Enttäuschung, Verletzung),

sehnen wir uns danach,

dass ein anderer diese Wunden schließt.

Wir fordern, dass der andere uns Liebe tut.

Das ist das Gegenteil von Liebe.

Neue Zurückweisungen, Enttäuschungen

und Verletzungen sind vorprogrammiert und garantiert.

Und wenn wir den anderen an uns binden wollen,

weil Beziehung sich schön anfühlen soll

(weil wir ja schon wissen, dass Beziehung

sich sehr schön anfühlen kann),

versuchen wir, dem anderen möglichst viel

„Liebe“ zu tun,

manipulieren ihn,

sagen nicht mehr die Wahrheit,

verbitten uns nicht mehr Verachtung,

verraten unsere eigenen Werte,

vernachlässigen uns selbst

und opfern uns auf.

Das ist das Gegenteil von Liebe.

Neue Zurückweisungen, Enttäuschungen

und Verletzungen sind vorprogrammiert und garantiert.

Aber das ist ja zum Verzweifeln, oder?

Wenn man also Liebe weder tun

noch getan bekommen kann,

um in den Zustand der Liebe zu kommen

(weil Liebe keine Tätigkeit ist),

was bleibt zu tun?

DAS ist die richtige Frage! :

Was können wir tun (Tätigkeit)

um Liebe zu sein (Zustand)?

Und hier muss wohl Religion ins „Spiel“:

Was tut Gott, der die Liebe ist?

Antwort:

Er vergibt.

Und wenn das so ist und es ist so,

dann gibt es nur eine einzige Tätigkeit,

die in den Seins-Zustand der Liebe bringt,

und das ist Vergebung.

Dabei müssen wir weder zu Kreuze kriechen,

noch zur Beichte gehen oder Dogmen glauben

(wir dürfen auch den Kirchen ihre Irrlehren verzeihen,

überall gibt es Zurückgewiesene, Enttäuschte und Verletzte).

Wir „müssen“ „nur“ glauben,

dass Gott uns für unschuldig hält,

weil er verbunden ist mit der Mitte unserer Herzen,

da, wo die Liebe ist (unabhängig von unserem Tun).

Dieses Unschuldigsein zu glauben bringt uns dazu,

uns selbst all unser Tun oder Lassen zu vergeben.

Und dann ist sie da, die Liebe.

Diese Liebe bringt uns dazu,

allen Mitmenschen all ihr Tun oder Lassen zu vergeben.

Und dann ist sie (zehnfach) da, die Liebe.

Warum Beziehung so oft so weh tut?

Weil wir uns selbst nicht vergeben haben.

Und weil wir dem anderen nicht vergeben haben.

Weil wir nicht glauben wollen oder können,

dass der andere, der genauso unschuldig ist wie wir,

in der Mitte seines Herzens die Liebe ist.

Wie also gelingt Beziehung

zu Eltern, Kindern, Partnern?

Durch Vergebung.

Vergebung ist das einzig wahrhaftige Tun,

das in den Zustand versetzt

Liebe zu sein.

Selbstliebe

Selbstliebe

Wie kommt das wohl,

dass manche Menschen, die viel Geld verdienen,

vordergründig zufrieden wirken

und dahinter so verbittert sind?

dass manche Menschen in sozialen/bildenden Berufen

und Dienstleistungsberufen oft so mürrisch wirken

und zum Ausbrennen neigen?

dass manche Menschen in Liebesbeziehungen

oft so unglücklich sind?

Vielleicht kommt es so:

Alle drei Typen Mensch sehnen sich nach

Anerkennung, Glück und Liebe.

Sie wollen damit

die Wunde des Ungeliebtseins zudecken,

die ihnen in der Vergangenheit so oft

und so schmerzhaft zugefügt wurde.

Typ 1

versucht es mit Kompetenz, Leistung und Geld.

Er weiß, dass er abgeschossen wird, wenn er versagt.

Bis dahin nimmt er das Schmerzensgeld und lächelt.

(wer nichts weiter als Geld verdient,

hat nichts weiter als Geld verdient).

Typ 2

versucht es mit Mitgefühl, Dienst und Wertschätzung.

Er weiß, dass man ihm deswegen so wenig Geld gibt,

weil es ihm so gut tut zu helfen

und weil er oft genug zufrieden ist

mit der Dankbarkeit der ihm Anvertrauten.

Typ 3

(oftmals Menschen vom Typ 1 oder 2)

versucht es mit einer Liebesbeziehung.

Er weiß, dass Geld verdienen und Menschen dienen

allein, nicht glücklich macht.

Also sucht er sich einen Partner,

der ihn glücklich macht.

Oder einen Gott, der ihn glücklich macht

(aber oft wirken die Frommen besonders mürrisch).

Alle drei Typen wirken

verbittert, mürrisch und unglücklich

und sehnen sich so sehr

nach Anerkennung, Glück und Liebe.

Wie kommt das wohl?

Vielleicht weil alle Drei

etwas erwarten, fordern, bekommen wollen

(Reichtum, Dankbarkeit und Liebe),

das von AUSSEN kommen soll.

Und das will irgendwie nicht gelingen, denn:

Die anderen Menschen spüren,

dass sie von Vampiren ausgesogen werden.

Und

die anderen Menschen sind selbst Vampire,

die von den Typen 1-3

bedingungslos geliebt werden wollen.

Bleibt wohl nur dies:

Die Liebe ist in Dir.

Schon immer.

Besonders gerade jetzt.

Für immer.

Wenn Du Dich nicht selbst liebst,

dann lass es lieber,

das mit dem Reichtum, dem Dienst an anderen

und der Liebesbeziehung.

Reichtum macht nur Sinn, wenn Du teilen kannst.

Mitgefühl macht nur Sinn,

wenn Du es auch für Dich hast.

Akzeptanz des Partners in Liebesbeziehung

macht nur Sinn,

wenn Du Dich selbst akzeptieren kannst,

genauso, wie Du bist,

mit allen Macken, Neuröschen, Unvollkommenheiten

und Schattenseiten.

Hör auf, Deinen Partner erziehen, verändern,

verbessern und heilen zu wollen.

Du hast weder Verpflichtung noch Verantwortung

für das Glück Deines Partners.

Du hast Verantwortung und Verpflichtung

für Deine Selbstliebe und Dein eigenes Glück.

Wenn Du Verantwortung und Verpflichtung

für den einen Menschen, die vielen Anvertrauten

und die ganze Welt hast, dann diese:

Spüre in der Mitte Deines Herzens Deine Liebe.

Dann öffne Dein Herz.

Und lass sie raus.

Herz öffnen

Herz öffnen

Viele Menschen sagen, schreiben und predigen,

dass Du nur Dein Herz öffnen müsstest,

wenn Du Glück, Frieden, Liebe, Sinn und Erfüllung

erleben möchtest.

Klingt eigentlich gut, oder?

Eigentlich eine wunderbare Idee, stimmt`s?

Kleines Problem… :

Wie denn nur geht das praktisch-konkret,

das Herz öffnen?

Hier ein paar Vorschläge

zur praktisch-konkreten Herzöffnung:

Du könntest erstens

Dich mit Deinem Partner

vor einen Sonnenuntergang setzen.

Und die Romantik pflegen.

Das öffnet das Herz.

Du könntest zweitens

Heimatfilme anschauen, Berge besteigen,

Schuhe kaufen, einen neuen Partner suchen

oder Drogen ausprobieren.

Und die schönen Gefühle pflegen.

Das öffnet das Herz.

Du könntest drittens

tanzen, lachen, feiern, Kegeln gehen,

am Strand liegen und Achterbahn fahren.

Und das Vergnügen pflegen.

Das öffnet das Herz.

Du könntest viertens

in die Stille gehen, meditieren und beten.

Und die Besinnung pflegen.

Das öffnet das Herz.

Du könntest fünftens

mit einem sozialen Beruf oder einem Ehrenamt

Dein Leben in den Dienst anderer stellen,

Frieden bringen und die Welt verbessern.

Und das Dienen pflegen.

Das öffnet das Herz.

Was aber, wenn in allen fünf Fällen

der Rausch vorüber zieht

und die Realität in Dein Leben prallt?

Was, wenn beim Sonnenuntergang eine Wolke

die schöne Romantik zerstört,

eine Wolke vor der Sonne

oder eine zwischen Euch beiden?

Was, wenn die schönen Gefühle zu Ende gehen

und Du unentwegt die Dosis erhöhen musst?

Was, wenn Dich mitten im Vergnügen

irgend so ein Depp anrempelt?

Was, wenn Deine heilige Stille schlagartig

von der Rücksichtslosigkeit und Ignoranz

Deiner Kinder oder Deines Partners

zerstört wird?

Was, wenn Dein aufopferungsvoller Dienst

für andere, im Burn Out endet?

Dann ist sie wieder da, die Realität.

Und Dein Herz ist wieder zu.

Ganz kurz war die Tür einen Spalt weit offen.

Nun hockst Du wieder drin in Deinem Gefängnis,

das Du selbst zur Folterkammer machst.

Die Folterkammer Deiner Wut, Deines Hasses,

Deiner Zurückweisungsschmerzen, Deiner Urteile

der Wunde des Ungeliebtseins und Deiner Angst.

Und dann suchst Du umso mehr

eines der fünf vermeintlich hilfreichen Angebote.

Wohl wissend, dass es so nichts wird

mit der wahren Herzöffnung.

Wie denn dann?

Vielleicht so:

Du beginnst heute

mit einem ganz kleinen, zarten, sanften Schritt,

Dich selbst lieb zu haben.

Du beginnst mit einem kleinen Schritt, Dich zu lieben,

mit ALLEM, was zu Dir gehört,

inklusive Wut, Schmerz und Angst.

Du schaust einfach mal da hin.

Du erkennst Wut, Schmerz und Angst.

Und nimmst es an.

Du entscheidest nichts.

Du planst keine Heilung.

Du erlaubst Dir Vorwurf und Selbstmitleid.

Du zwingst Dich nicht zu Vergebung

oder Selbstvergebung.

Du schaust einfach nur mal da hin.

DAS öffnet Dein Herz.

Die Liebe

Die Liebe

Warum nur ist es manchmal so schwer,

das mit der Liebe?

Obwohl es doch eigentlich ganz einfach ist!

Wir alle kennen die Liebe vom Verliebtsein.

Das wirkt zwar anfangs ein wenig

egozentriert und geistesgestört

(alles ist rosarot und himmelblau),

aber – das IST die Liebe.

Herz und Geist sind bei beiden offen,

alles schwingt synchron, verwandt und verbunden.

Aber rosarot und himmelblau

halten ja nur für zwölf Wochen…

Was dann?

Du könntest einen neuen Partner suchen,

Dich neu verlieben. Wieder zwölf Wochen.

Du könntest enttäuscht Single bleiben

Dich auf Deine Bestimmung konzentrieren

und Dein Glück im Außen suchen.

Aber schau sie Dir an,

all die bitteren Weltverbesserer, Friedenskämpfer,

Umweltschützer, Bausparer, Besitzsammler,

Tierschützer, Sozialarbeiter und Elternbeiräte.

Sie alle suchen zumeist außen ihr Glück

und finden es nicht.

Du könntest versuchen,

Dein Zwölfwochenverliebtheitsglück

mit rosaroter Brille

zu konservieren, festzuhalten, anzuketten.

Das wird nicht gelingen.

Irgendwann werden durch die Nähe

all Eure alten Verletzungen hochgespült

und mit Vorwürfen, Urteilen, Trennungsdrohungen

und Veränderungsmanipulationen ausagiert.

Irgendwann wachst Du neben einem Monster auf.

Hast Du all das auch schon probiert?

Dann wirst Du es wissen:

DIE SEHNSUCHT BLEIBT.

Und genau DAS IST der Wendepunkt:

Ja, meine Einsamkeit

(oft am schlimmsten innerhalb einer Beziehung),

tut furchtbar weh.

Ja, es gibt Menschen,

die müssen mich nur an piksen,

da kommt mir die Galle hoch.

Das tut furchtbar weh.

Ja, mein Herz ist verschlossen.

Und mein Geist ist voller Urteile, Verurteilungen,

Schuldgefühle, Schuldzuweisungen,

Anklagen und Rechthabenwollen.

Das tut furchtbar weh.

DAS IST der Wendepunkt,

wenn Du sagst:

All diese Schmerzen von Einsamkeit, Urteil,

Hass und Selbstverachtung, tun furchtbar weh.

ICH WILL DIESE SCHMERZEN NICHT MEHR.

In genau demselben Augenblick (jetzt und hier)

in dem Du willst, dass all das Schwere

und Traurige und Zerbrochene heil wird,

hast Du MITGEFÜHL mit DIR.

Und da ist sie, die Liebe.

In demselben Augenblick,

in dem Du Dir und anderen

alle Fehler und Irrtümer vergibst

(die alle nichts mit Schuld und Sünde zu tun hatten)

und Dir und anderen jetzt schon mal

alle Fehler und Irrtümer,

die Ihr begehen werdet, vergibst

(und die alle nichts mit Schuld zu tun haben werden),

wird auf einmal in Dir und um Dich herum

alles ganz warm und weich.

Spürst Du das? Das ist die Liebe!

Du hast gerade Herz und Geist geöffnet,

für die Selbstliebe.

Und für das Mitgefühl.

Für Dich und andere.

Es ist die Selbstliebe und das Mitgefühl für Dich,

die sich ausdehnen wollen, hin zu einem anderen.

Und zu allen anderen.

Und wenn Du jetzt gerade

ein klein wenig verliebt bist, in alles, was jetzt gerade ist,

in Dich, in den einen oder anderen anderen,

in alle anderen, in Gott und die Welt und das Leben,

pssssst, das ist die Liebe